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Kontroll-Proteine bremsen Immunabwehr

23.12.2004


Forscher der Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen grundlegende Arbeit zur Regulation des Immunsystems


Damit das Immunsystem funktioniert, müssen fördernde und hemmende Einflüsse im Gleichgewicht sein. Ist diese Balance gestört, kann das Abwehrsystem Angreifer nicht erfolgreich abwehren oder aber es kommt zu einer Überreaktion der Immunantwort, die sich gegen körpereigene Zellen richten kann. Forschern des Hygieneinstituts des Universitätsklinikums Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich) ist es gelungen, die Wirkung bestimmter Eiweißstoffe in Immunzellen zu charakterisieren, die eine überschießende Abwehrreaktion bremsen können. Die grundlegende Ergebnisse werden morgen als "Veröffentlichung der Woche" in der international renommierten Fachzeitschrift "The Journal of Biological Chemistry" veröffentlicht.

Die Arbeiten entstanden unter der Federführung von Professor Dr. Klaus Heeg, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hygiene und Mikrobiologie, in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Marburg unter der Leitung von Dr. Alexander Dalpke. "Wir haben die Rolle der so genannten SOCS-Proteine bei bakteriellen Infektionen untersucht", erklärt Professor Klaus Heeg. Immunzellen bilden auf ihrer Oberfläche Rezeptoren aus. Wenn Bakterien in den Körper eindringen, können die so genannten TL-Rezeptoren (TLR) bestimmte Muster auf der Oberfläche der Angreifer erkennen. Neben dieser Mustererkennung brauchen die Immunzellen noch fördernde Stoffe, die Cytokine, um aktiv zu werden und die Bakterien zu bekämpfen.


"Wir fanden heraus, dass SOCS-Proteine in diesen Regelkreis hemmend eingreifen, indem sie die Cytokine blockieren", erklärt Dr. Alexander Dalpke. "Sie sind also wichtige Regulatoren, damit die Abwehrreaktion des Körpers kontrolliert abläuft und nicht überschießt." Die Folge einer solchen Überreaktion können Sepsis (Blutvergiftung), aber auch Autoimmunerkrankungen, wie z.B. entzündliche Gelenk- oder Darmerkrankungen sein, bei denen sich das Abwehrsystem gegen körpereigene Zellen richtet. In Zukunft könnten die SOCS-Proteinen eine Rolle bei der Behandlung solcher Erkrankungen spielen.

Bei Rückfragen:

Professor Dr. Klaus Heeg
Ärztlicher Direktor der Abteilung Hygiene und Mikrobiologie
Hygieneinstitut des Universitätsklinikums Heidelberg
Tel. (Sekretariat): 06221 / 56 83 11
E-Mail: klaus_heeg@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

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