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Reparaturmechanismus bei Multipler Sklerose gefunden

20.12.2004


Gen Olig 1 spielt entscheidende Rolle


Wissenschafter der University of Cambridge und des Dana-Farber Institute haben mit Olig 1 ein Gen identifiziert, das die Fähigkeit des Körpers kontrolliert, den Nervenschaden zu heilen, der durch Krankheiten wie Multiple Sklerose hervorgerufen wird. Multiple Sklerose nimmt den Nerven die schützende Myelinschicht und beeinträchtigt damit ihre Fähigkeit zur Signalübertragung. Olig 1 kann das erneute Wachstum von Myelin stimulieren. Die Ergebnisse der Studie, die zu neuen Behandlungsansätzen führen soll, wurden in Science veröffentlicht.

Neueste Forschungen haben laut BBC gezeigt, dass Olig 1 nicht wie angenommen die Entwicklung bestimmter Gehirnzellen unterstützt, sondern ihn auslöst. Das eng verwandte Gen Olig 2 sollte eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von myelinproduzierenden Zellen, den Oligodendrozyten, während der Entwicklung des Fötus spielen. Die Rolle von Olig 1 war bisher weniger erforscht. Das Team untersuchte die Rolle beider Gene mittels Antikörpern. So konnte die Position der Gene in den Gehirnzellen von embryonalen und erwachsenen Mäusen markiert werden. Bei embryonalen Zellen wurden von beiden Genen produzierte Proteine im Kern der Zellen gefunden. Das legt nahe, dass beide Gene eine entscheidende Rolle bei Herstellung von myelinproduzierenden Zellen spielen. Bei erwachsenen Zellen war Olig 1 in das Zellplasma außerhalb des Zellkerns gewandert, wo keine regulierenden Gene vorhanden sind.


Bei der Untersuchung der erwachsenen Zellen von Nagetieren mit MS ähnlichen Symptomen wurde Olig 1 erneut im Zellkern nachgewiesen. Die beschädigten Zellen waren in einen fötalen Status zurückgekehrt, in dem das Gen wieder eine zentrale Rolle spielte und die erneute Produktion von Oligodendrozyten überwachen konnte. Mäuse, die ohne Olig 1 gezüchtet wurden, konnten Zellen ohne Myelin nicht reparieren. In einem nächsten Schritt wurde die Position Olig 1 in Proben von menschlichen MS Patienten untersucht. Es zeigte sich, dass das Gen in gesunden Gehirnbereichen inaktiv war, in beschädigten hingegen aktiv. Der Wissenschafter Robin Franklin erklärte, dass die Funktion von Olig 1 durch die Evolution so gestaltet wurde, dass durch das Fehlen der schützenden Myelinschicht geschädigte Gehirnbereiche repariert werden. Bei MS Patienten kann dieser Kreislauf von Schaden und Reparatur viele Jahre lang funktionieren. Nutzt sich dieser Mechanismus schließlich ab, schreitet die Krankheit bei den meisten Menschen mit weniger Remissionen fort.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk
http://www.dfci.harvard.edu
http://www.sciencemag.org

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