Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entzündungsmarker CRP sagt Herzinfarktrisiko voraus

16.12.2004


Das Serumprotein CRP (C-reaktives Protein) kann auch nach Berücksichtigung üblicher Risikofaktoren dazu beitragen, Personen mit hohem Herzinfarktrisiko zu identifizieren.



Dies zeigen neueste epidemiologische Daten, die Jennifer K. Pai, Wissenschaftlerin der Harvard School of Public Health, und Tobias Pischon, jetzt Epidemiologe am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, als gemeinsame Erstautoren veröffentlichten (N Engl J Med, 2004, Vol.: 351). Die neue Studie zeigt aber auch, dass der zusätzliche Informationsgewinn durch die CRP-Messung geringer ausfällt, als dies in anfänglichen Studien angenommen wurde (vergl. Ridker et al., N Engl J Med 2002, Vol.: 347: 1557-65). So waren beispielsweise die Blutfettwerte weitaus stärker mit dem Eintreten eines Herzinfarktes assoziiert.



Seit einiger Zeit diskutieren Mediziner und Wissenschaftler, ob die Messung von Entzündungsmarkern wie CRP im Blut zur Abschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos herangezogen werden sollte. Eine Reihe von Studien hatte gezeigt, dass Menschen mit hohem CRP-Spiegel im Blut ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben. Allerdings liegen bei Menschen mit erhöhten CRP-Werten häufig gleichzeitig andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren vor wie Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht. Es ist daher fraglich, ob die Messung von CRP zusätzliche Informationen zur Risikoabschätzung bringt, die der Arzt nicht ohnehin im Rahmen der üblichen Routineuntersuchung erfasst.

Um zur Klärung dieser Frage beizutragen, untersuchte die Gruppe um Pai und Pischon neben CRP auch noch drei weitere Entzündungsmarker auf ihre Eignung als Vorhersageparameter für koronare Herzerkrankungen: Interleukin-6 und die löslichen Tumornekrosefaktor alpha-Rezeptoren, TNF-R1 und TNF-R2. Obwohl erhöhte Blutwerte der drei letztgenannten Marker mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko assoziiert zu sein schienen, schwächte sich diese Beziehung deutlich ab, wenn traditionelle Risikofaktoren berücksichtigt wurden. Eine leichte Abschwächung zeigte sich auch bei CRP, allerdings war die Beziehung zum Herzinfarktrisiko weiterhin statistisch signifikant und spricht daher für ein prognostisches Potential des CRP-Spiegels im Blut sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Hintergrundinformation:
Die "Nurses’ Health Study (NHS)" und die "Health Professional Follow-up Study (HPFS)" sind prospektive Kohortenstudien mit 121.700 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren (NHS) bzw. 51.529 Teilnehmern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren. Von den zu Beginn der Studie hinsichtlich kardiovaskulärer Erkrankungen gesunden Teilnehmern/innen, die Blutproben abgegeben hatten, erlitten innerhalb von 8 bzw. 6 Jahren 239 Frauen und 265 Männer einen nicht-tödlichen Herzinfarkt oder verstarben an einer koronaren Herzerkrankung. In der vorliegenden eingebetteten Fall-Kontrollstudie verglichen die Wissenschaftler die beiden Gruppen mit nach dem Zufallsprinzip aus dem Gesamtkollektiv ausgewählten Kontrollgruppen. Diese bestanden aus 469 Frauen und 529 Männern, die im Beobachtungszeitraum frei von kardiovaskulären Erkrankungen waren.

Kontakt:

Dr. Tobias Pischon
Abteilung Epidemiologie
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Tel.: 033200/88-723
E-Mail: Pischon@mail.dife.de

Dr. Gisela Olias | DIfE
Weitere Informationen:
http://www.dife.de

Weitere Berichte zu: CRP Entzündungsmarker Herzinfarkt Herzinfarktrisiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie