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Ein Durchbruch in der Behandlung der Multiplen Sklerose

26.06.2001


Über Jahre und Jahrzehnte erschien die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS), bei der eine Fehlleistung des Immunsystems lebensnotwendige Nervenfasern angreift, als unbehandelbar. Erst Anfang der 90er Jahre keimten mit Interferon Beta Hoffnungen auf, die zerstörerische Erkrankung in ihrem Selbstlauf bremsen zu können. Neueste Daten aus einer Vergleichsstudie bringen jetzt Gewissheit: Interferon Beta ist dosisabhängig in der Lage, MS-Schübe wirkungsvoll zu verhindern.

In der EVIDENCE-Studie, die am vergangenen Wochenende auf dem 17. Weltkongress für Neurologie in London vorgestellt wurde, kam zu Tage, dass ein frühzeitiger hochdosierter dreimal wöchentlicher Einsatz von Interferon Beta die Rate an neuen MS-Schüben deutlich senken kann. So war das Risiko, innerhalb von sechs Monaten einen neuen Schub zu erleiden, um etwa ein Drittel erniedrigt. Außerdem verringerte sich die Anzahl der Schübe um wiederum rund ein Drittel. Insgesamt konnte eine Reduzierung der Krankheitsaktivität innerhalb von nur sechs Monaten auf fast die Hälfte registriert werden. Das ist insofern von Bedeutung, als die Nerven zerstörenden Prozesse der MS normalerweise zu einem akkumulierenden Untergang von Hirn- und Nervengewebe führen. Die neuen Studienergebnisse zeigen, dass ein frühzeitiger und hochdosierter Einsatz von Interferon Beta in der Lage ist, Hirn- und Nervensubstanz bei MS-Patienten wirksam zu schützen und einer vorzeitigen Invalidisierung effektiv entgegenzuwirken.

Martin Wiehl | ots

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