Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Urolizer" preisgekrönt

10.12.2004


And the winner is: der Urolizer
(c) Raumedic


Es ist eine Erfolgsstory, wie sie an deutschen Universitäten eher selten ist: Vor zwei Jahren demonstrierte Dr. Norbert Laube von der Experimentellen Urologie der Universität Bonn auf der MEDICA mit einer Handvoll Reagenzien und einem Photometer, wie er damit das aktuelle Harnsteinrisiko eines beliebigen Patienten in Minutenschnelle bestimmt. Ein Jahr später konnte er zusammen mit den Firmen NTTF und Theisen Physikalische Technologie schon ein kompaktes und einfach zu bedienendes Funktionsmuster des Messgeräts vorstellen. Inzwischen hat der "Urolizer" den Sprung in die Serienreife geschafft. Seine Erfinder werden dafür heute in Mainz mit dem 2. Preis im Innovationswettbewerb Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

... mehr zu:
»Harnsteinrisiko »MEDICA »Urologie

Ohne Glück geht es manchmal nicht: Dr. Laubes Standnachbarn auf der MEDICA 2002 waren Dr. Udo Grabowy und Dr. Heinz Busch. Die beiden Absolventen der Universität Bonn sind Gründer ebenjener Firma NTTF, die nach der Medizin-Messe Laubes Projektpartner werden sollte. "Wir kamen ins Gespräch, und die beiden waren von dem Messprinzip sofort angetan", erinnert sich der Wissenschaftler der Experimentellen Urologie. Zusammen mit der Firma Theisen Physikalische Technologie entwickelten die Partner den Laboraufbau zu einem kompakten und ergonomischen Funktionsmuster weiter. Bereits auf der MEDICA 2003 erregten sie damit großes Aufsehen. So kam auch das Interesse der Raumedic AG zustande, in das Projekt einzusteigen und den "Urolizer" in Serie zu produzieren.

Einfaches Messprinzip


Das Funktionsprinzip des "Urolizers" ist einfach. Bislang analysieren Mediziner in der Urinprobe eines Patienten eine Handvoll biochemischer Werte, mit denen sie das Steinrisiko in Etwa abschätzen können - eine aufwändige und ungenaue Methode, denn nicht alle Risikofaktoren sind bekannt. "Wir gingen daher einen anderen Weg", erklärt Dr. Laube: "Für unseren Test muss man die einzelnen Faktoren gar nicht kennen. Wir messen das Risiko, indem wir direkt in der unbehandelten Urinprobe Kristalle züchten. Je leichter dies gelingt, desto höher die Gefahr, dass der Patient neue Steine bildet."

Das Gerät berechnet aus nur zwei Messparametern den BONN-Risk-Index, der genau sagt, wie hoch die Steingefahr für den Patienten momentan ist. Das Ganze funktioniert schnell, exakt und kostengünstig, so dass der Arzt den Erfolg einer Diät oder der verschriebenen Medikamente individuell kontrollieren und optimieren kann. Der BONN-Risk-Index wurde von Dr. Laube an der Bonner Urologischen Klinik entwickelt; das Verfahren ist inzwischen zur Bestimmung des Harnsteinrisikos weltweit anerkannt. "In Zukunft wollen wir das Gerät soweit verfeinern, dass es dem Arzt noch weitere Urin-Analysedaten an die Hand geben kann", erklärt Dr. Busch.

Immerhin 5 Prozent aller Deutschen machen mindestens einmal in ihrem Leben schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Harnstein; die Tendenz ist steigend. Die Ursache sind kleine Kristalle, die sich in den Nieren bilden und mit der Zeit zu immer größeren Steinen heranwachsen. Wenn sie auf dem Weg den Harnleiter hinab in die Blase wandern, sind die Symptome meist dramatisch: unerträgliche Schmerzen, blutiger Urin und Brechreiz. Oft bleibt es nicht bei einer einzigen Episode. Durch eine Umstellung der Ernährung und/oder Medikamente lässt sich das Risiko einer erneuten Steinbildung aber drastisch senken.

Kontakt:

Dr. Norbert Laube
Abteilung für Experimentelle Urologie
Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-9106
E-Mail: norbert.laube@ukb.uni-bonn.de

Dr. Heinz Busch
NTTF - New Technologies In Thin Films
Telefon: 02224/968881
E-Mail: heinz.busch@nttf.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Harnsteinrisiko MEDICA Urologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften