Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Österreichische Forscher revolutionieren Brustkrebstherapie

10.12.2004


Studien bestätigen Wirksamkeit und Verträglichkeit von Anostrozol


Die Hormonbehandlung mit Anastrozol wird die bisherige Standardbehandlung bei Brustkrebs mit Tamoxifen ablösen, sind führende Onkologen überzeugt. Die gestern auf dem 27. jährlichen Brustkrebs-Kongress in San Antonio vorgestellten Ergebnisse zu verschiedenen Behandlungsmethoden des Mammakarzinoms wurden heute, Donnerstag, in Wien im Rahmen eines Pressegesprächs bei AstraZeneca von österreichischen Experten kommentiert. Dabei standen zwei Studien im Zentrum des Interesses: Einerseits die ATAC-Studie (Anastrozol, Tamoxifen alleine oder in Kombination), die die größte und längste je durchgeführte Behandlungsstudie für Brustkrebs im Frühstadium darstellt, und andererseits die Studie acht der ABCSG (Austrian Breast Cancer Study Group), die der Frage nachging, ob es sinnvoll ist, während einer adjuvanten endokrinen Therapie mit einem Antiöstrogen (Tamoxifen) auf einen Aromatasehemmer (Anastrozol) zu wechseln.

9.366 Patientinnen in 21 Ländern nahmen an der ATAC-Studie teil. Sie kommt zu dem Schluss, dass Anastrozol für die primäre adjuvante Therapie postmenopausaler Frauen mit hormonsensitivem, frühem Brustkrebs wirksamer und besser verträglich ist als Tamoxifen. Das Risiko für alle Arten von Brustkrebsrezidiven war erheblich vermindert. Ein weiterer Vorteil gegenüber Tamoxifen ist, dass weniger leichte und schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Dabei handelt es sich um venöse thromboembolische Ereignisse, Schlaganfälle, Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Hitzewallungen sowie Vaginalblutungen und -ausfluss. Die Mediziner mussten jedoch einräumen, dass Gelenksymptome und Knochenfrakturen unter Anastrozol häufiger auftreten als bei Tamoxifen. Dies sind jedoch Symptome, die früh genug erkennbar und auch gut behandelbar sind, betonte Ernst Kubista von der Abteilung für Spezielle Gynäkologie am Allgemeinen Krankenhaus Wien.


Bei der österreichischen ABCSG-Studie acht unter der Leitung von Raimund Jakesz und Michael F.X. Gnant wurden den Patientinnen zwei Jahre lang das Antiöstrogen Tamoxifen verabreicht, danach erhielt die Hälfte der Probanden drei Jahre lang das gleiche Medikament, während die andere Hälfte mit dem Aromatasehemmer Anastrozol weiterbehandelt wurde. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Behandlungsmethode "Tamoxifen gefolgt von Anostrozol" das Risiko für die betroffenen Frauen, neuerlich Brustkrebs zu bekommen, deutlich reduzierte. Die Häufigkeit von Lokalrezidiven und Fernmetastasen war im Vergleich mit der Standardtherapie um 40 Prozent vermindert.

Gnant hob hervor, mit der aktuellen Studie einen wichtigen Beitrag zur internationalen Brustkrebsforschung geleistet zu haben. Urban Skog und Christian Werzer von AstraZeneca Österreich betonten, dass AstraZeneca derartige Forschungsprojekte unterstütze und in der Entwicklung neuer Therapien selbst eine treibende Kraft in der globalen Krebsforschung sei.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.astrazeneca.at/

Weitere Berichte zu: ATAC-Studie Anastrozol Aromatasehemmer Brustkrebs Tamoxifen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften