Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neueste Erkenntnisse zum Wiskott-Aldrich-Syndrom

07.12.2004


Viele Jahre lang war nur sehr wenig über die Mechanismen bekannt, die am pathologischen Zustand beteiligt sind, welcher durch das Wiskott-Aldrich-Syndrom hervorgerufen wird. WAS ist eine seltene Erbkrankheit, die, wenn Sie nicht behandelt wird, zum Tod führen kann. Eine Erweiterung der vorhandenen Kenntnisse über WAS ist deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung neuartiger Behandlungsmethoden für diese Krankheit.



Der Schwerpunkt des WASPNEST-Projekts lag auf den genetischen und molekularen Aspekten der Krankheit. Als Ergebnis des Projekts konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden. Die Forschungen haben gezeigt, dass Veränderungen des WAS-Gens zu einem erhöhten Auftreten des apoptotischen Zelltods führen können. Außerdem entdeckte man, dass eine erhöhte und unregulierte Expression des WAS-Gens einen vorzeitigen Zelltod zur Folge haben kann. Das bedeutet, dass das WAS-Protein (WASp) über einem bestimmten Grenzwert toxisch ist und tatsächlich an einer Vielzahl von anderen Krankheiten beteiligt sein kann.



WAS wird durch einen deutlichen Rückgang des Anteils bestimmter Zellarten im Blut (Thrombozytopenien und Neutropenien) charakterisiert. Diese Zellarten haben einen Einfluss auf die Regenerierungsfähigkeit des Immunsystems und der Blutzellen. WAS-Patienten zeigen eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Virusinfektionen und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Ursache für dieses Phänomen die direkte Beteiligung von WASp an der Aktivierung der Abwehrwege des Immunsystems in gesunden Personen ist.

Die Regulierung der Expression des WAS-Gens könnte eine neuartige Methode des therapeutischen Eingriffs darstellen. Zu den derzeitigen Behandlungsverfahren gehört die hämotopoietische Stammzellentransplantation. Die Gentherapie präsentiert sich als zuverlässige Behandlungsalternative, und es ist zu erwarten, dass die Schlussfolgerungen des WASPNEST-Projekts die Entwicklung von neuartigen Therapien unterstützen.

Prof. Adrian Thrasher | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ich.ucl.ac.uk/

Weitere Berichte zu: WAS-Gen WASPNEST-Projekt Wiskott-Aldrich-Syndrom Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics