Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Therapie gegen Brustkrebs

22.06.2001


Jede neunte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Jährlich kommen derzeit etwa 46.000 Neuerkrankungen hinzu. Das entspricht der Einwohnerzahl einer mittleren Kleinstadt. 19.000 Frauen sterben pro Jahr am Brustkrebs.

Vom schmerzlosen Knoten in der Brust führt der Verlauf dieser bösartigen Tumorerkrankung über das Anschwellen der Lymphknoten unter den Achseln bis hin zum geschwürigen Zerfall der Brust.

Als Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs nimmt man sowohl Stress- und Umweltfaktoren (z. B. Giftstoffe) als auch eine genetische Veranlagung an. So sind fünf bis zehn Prozent der Frauen, die jährlich in Deutschland an Brustkrebs erkranken, erblich vorbelastet.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt in zwölf Großstädten universitäre Zentren, in denen Risikofamilien geholfen werden kann. Bei über 1000 Familien wurde bereits eine molekular-genetische Analyse durchgeführt. In 300 dieser Familien konnten Genveränderungen nachgewiesen werden. Frauen aus diesen Familien werden inzwischen mit einem intensiven Früherkennungsprogramm betreut, damit eventuell vorhandene Tumoren rechtzeitig erkannt werden können.

Als therapeutische Maßnahme kam früher häufig nur die vollständige Entfernung der Brust in Frage. Wenn der Krebs zu spät erkannt wird, gilt dies allerdings auch heute noch. Deshalb ist die Früherkennung durch Mammographie, Ultraschall und Selbstabtastung der Brust die wichtigste präventive Maßnahme.

Mittlerweile sind bei der Behandlung von Brustkrebs aber auch große medizinische Fortschritte gemacht worden. Dies betrifft vor allem die Tumoren, die unter dem Einfluss des Sexualhormons Östrogen entstehen. Die Mehrzahl aller Brustkrebsfälle ist nämlich hormonell bedingt. Dabei fördert Östrogen das Wachstum des Tumors. Betroffen sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren.

Das Ziel der Forscher war es deshalb, die Östrogen-Produktion zu senken und somit die Tumorzellen "auszuhungern".

Der neu entwickelte Wirkstoff Exemestan erreicht genau diesen Effekt. Er unterbindet die Produktion von Östrogen, indem er ein bestimmtes Enzym (Aromatase) dauerhaft blockiert. Die therapeutische Folge: Der Tumor wächst nicht mehr oder bildet sich sogar zurück.

Erste Ergebnisse einer neuen Studie weisen darauf hin, dass auch Frauen mit lokal fortgeschrittenem Brustkrebs, der chirurgisch entfernt werden soll, von dieser Therapie profitieren. Durch die medikamentöse Behandlung bereits vor der Operation wird das Tumorvolumen derart reduziert, dass in vielen Fällen eine brusterhaltende Operation möglich wird.

Exemestan ist der erste oral einzunehmende Wirkstoff aus der Gruppe der so genannten Aromatase-Inaktivatoren. Die Behandlung mit einem Dragée täglich führte internationalen Studien zufolge zu einer deutlich verlängerten Überlebensrate. Der Wirkstoff wurde von den Patientinnen gut vertragen. Die tumorbedingten Beschwerden ließen nach, so dass es zu einer merklichen Verbesserung der Lebensqualität kam.

Zugelassen ist der Aromatase-Inaktivator bislang vor allem für Frauen, deren hormonabhängiger Brustkrebs weit fortgeschritten ist und im Körper bereits Metastasen gebildet hat. Jetzt soll geprüft werden, ob diese Therapie auch schon im Frühstadium der Erkrankung oder sogar vorbeugend bei gesunden Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko eingesetzt werden sollte.

Für Rückfragen und weitere Informationen:

"Brustkrebs-Initiative e.V."
c./o. D-Media


Jobst Spengemann
Tel.: (0 89) 78 02 07 28
E-Mail: js@d-media-d.de

Jobst Spengemann | ots
Weitere Informationen:
http://www.brustkrebs.de

Weitere Berichte zu: Aromatase-Inaktivator Brustkrebs Exemestan Östrogen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise