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03.12.2004


Neue Sektion der der Deutschen Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin fördert Wissen über natürliche Fruchtbarkeit



Die moderne Fortpflanzungsmedizin ist gekennzeichnet durch rasante Entwicklungen und ständig neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Viele Patienten fühlen sich nicht genügend informiert und entwickeln Ängste und Vorurteile.



Deshalb hat im Oktober 2004 eine Initiativgruppe in Heidelberg eine Sektion "Natürliche Fertilität" unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) gegründet - hervorgegangen aus den Forschungsprojekten "Natürliche Familienplanung" NFP der Universität Düsseldorf. Die Sektion wird koordiniert von Dr. Petra Frank-Herrmann, Fachärztin für Gynäkologie an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg in der Abteilung von Professor Dr. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen.

Über natürlichen Zyklus aufklären / Plattform für Experten schaffen

"Wir möchten die Selbstverantwortung der betroffenen Frauen und Paare bezüglich Kinderwunsch, Verhütung, Hormon- und Zyklusstörungen stärken", erklärt der Sprecher der Sektion "Natürliche Fertilität", Professor Dr. Günter Freundl, Universität Düsseldorf. Deshalb sei es wichtig, die Öffentlichkeit über natürliche Fruchtbarkeit, insbesondere das aktuelle Wissen über die Zeichen des natürlichen Zyklus, aufzuklären.

Auch interessierte Frauenärzte und Experten aus den verschiedenen Zentren sollen in die neue Sektion eingebunden werden. "Wir wollen hierfür eine Plattform schaffen", sagt Professor Dr. Thomas Strowitzki. Gemeinsam sollen wissenschaftliche Projekte zum Thema "Natürliche Fertilität" durchgeführt werden.

Weitweit größte Zyklusdatenbank / Beurteilung von technischen Hilfsmitteln

Die Sektion beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Fruchtbarkeit der Frau in verschiedenen Lebensphasen und untersucht, wie Körperbeobachtung zur Verhütung, bei Kinderwunsch und für die Diagnostik von Zyklusstörungen genutzt werden kann. Dabei nutzen die Ärzte und Wissenschaftler die weltweit größte kontinuierliche Zyklusdatenbank mit fast 40.000 Zyklusaufzeichnungen von mehr als 1.500 Frauen. Zum Teil werden diese Frauen bereits seit 15 Jahren kontinuierlich beobachtet (Schwangerschaften, normale Zyklusphasen, Zyklusstörungen usw.).

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Sektion "Natürliche Fertilität" liegt in der Beurteilung und Testung von technischen Hilfsmitteln, mit denen Frauen ihren Zyklus beobachten können, z.B. Temperatur- oder Hormoncomputer.

Zyklus-Sprechstunde und Sexualerziehung

Mit diesem Wissen kann eine nicht gewollte Schwangerschaft verhütet und eine erwünschte Schwangerschaft erreicht werden. Im Gegensatz zu den alten Rechenmethoden, ist für moderne natürliche Methoden ein regelmäßiger Zyklus nicht Voraussetzung. "Frauen, Paare und Mädchen, die aktiv ihre Fruchtbarkeit und ihre Zyklus beobachten, werden außerdem zu kompetenteren Partnern für ihre Ärzte", betont Dr. Petra Frank-Herrmann.

Deshalb bieten die Experten der Universitäts-Frauenklinik, Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, eine spezielle Zyklus-Sprechstunde an. Interessierte Frauen können sich in der Hormonambulanz unter der Telefonnummer 06221 / 56 79 34 anmelden.

Darüber hinaus engagiert sich die Sektion in Modellprojekten zur Sexualerziehung von Mädchen und Frauen verschiedener Altersstufen. Betreute Frauen stellen häufig die Frage, warum man erst bei den Erwachsenen mit dieser speziellen Beratung/Aufklärung beginne ("Warum habe ich das erst jetzt gelernt?"). Deshalb wurde ein Mädchenprogramm zur Vorbereitung auf die erste Periode und ein Programm für (ältere) Jugendliche entwickelt. Dieses beinhaltet einen neuen Ansatz in der Sexualerziehung, der über die reine Wissensvermittlung hinausgeht. Im MfM-Projekt (Mädchen, Frauen, Meine Tage) werden derzeit an Schulen 10.000 Mädchen pro Jahr in ganztägigen Workshops über ihre Fruchtbarkeit informiert. Auch der Kontakt zu einem Großteil der Eltern gehört dazu. Interessenten können sich an die Sektion "Natürliche Fertilität" wenden.

Ansprechpartner:
Dr. Petra Frank-Herrmann
Sektion "Natürliche Fertilität"
Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen
an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg
Tel.: 0170 / 9319945

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.dggef.de
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

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