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Schon niedrige Dosen Benzol gesundheitsschädigend

03.12.2004


Reduktion der weißen Blutkörperchen

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Eine Studie an chinesischen Fabrikarbeitern hat gezeigt, dass eine Aussetzung an die Chemikalie Benzol diverse Typen von Blutzellen zerstört. Diese Auswirkungen wurden unter der in den USA maximal erlaubten Konzentration beobachtet. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität von Kalifornien unter der Leitung von Martin Smith in Kooperation mit dem Chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention durchgeführt. 16 Monate begleiteten sie 250 Arbeiter in einer Schuhfabrik in der Nähe von Tianjin, die verschiedenen Graden von Benzolkonzentration ausgesetzt waren. Die Forscher verglichen die Zahlen ihrer Blutzellen mit denen von Arbeitern aus einer nahe gelegenen Kleiderfabrik, die keinem Benzol ausgesetzt waren.

Benzol, das als industrielles Lösungsmittel verwendet wird und auch in Zigarettenrauch und Auspuff-Abgasen auftritt, wurde lange Zeit mit der Blutkrankheit Leukämie in Verbindung gebracht. Die aktuelle Studie zeigt, dass bereits niedrige Konzentrationen der Chemikalie das Blutsystem schädigen. Arbeiter, die Benzol ausgesetzt waren, wiesen eine Reduktion der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen auf. Arbeiter, die den höchsten Niveaus von Benzol ausgesetzt waren, über 10 parts per million (ppm), hatten um 24 Prozent weniger weiße Blutkörperchen als ihre Gegenstücke in der Kleiderfabrik. Sogar jene, die weniger als einem ppm ausgesetzt waren, hatten eine Verminderung der weißen Blutkörperchen um 15 Prozent. Bei vielen Typen weißer Blutzellen waren die Zellenzahlen reduziert, einschließlich der Granulozyten, der Lymphzellen und der B-Zellen. Deshalb vermuten die Forscher, dass Benzol bereits die Vorläuferzellen schädigt.


Weiters identifizierten die Forscher zwei genetische Varianten, die die Schädigung durch das Benzol beschleunigen könnten. Jene mit bestimmten Versionen zweier Stoffwechselenzyme, die das Benzol in noch schädlichere Komponenten umwandeln, weisen niedrigere Zellenzahlen auf. Menschen mit aktivierten Versionen dieser Enzyme sind eher dafür anfällig, Schäden davon zu tragen, so Nathaniel Rothman vom US National Cancer Institute. "Mehr als 50 Prozent der Allgemeinbevölkerung haben eine Variante mit hoher Aktivität", so der Experte. Rothman forderte andere Wissenschaftler auf, die Ergebnisse seines Teams zu replizieren, um die Gesundheitsgefahren zu bestätigen. Das könnte ein Überdenken der rechtlichen Bestimmungen zur Obergrenze der Belastung notwendig machen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.berkeley.edu/

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