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EBM 2000 plus: Schmerztherapie für Kassenpatienten vor dem Aus

02.12.2004


Sollte der Entwurf des neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstabs für Leistungen niedergelassener Ärzte EBM 2000 plus in seiner jetzigen Form beschlossen werden, müssen Kassenpatienten mit chronischen Schmerzen ab April 2005 um ihre adäquate Behandlung fürchten: Die Leistungen von Schmerztherapeuten sind im neuen Katalog zu niedrig bewertet oder fehlen völlig und sind darüber hinaus auf zwei Quartale begrenzt. "Es muss dringend nachgebessert werden, wenn sich die ohnehin schon unzureichende Versorgung Schmerzkranker in Deutschland nicht noch verschlechtern soll," so Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS).



Sollte der Entwurf des neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstabs für Leistungen niedergelassener Ärzte EBM 2000 plus in seiner jetzigen Form beschlossen werden, müssen Kassenpatienten mit chronischen Schmerzen ab April 2005 um ihre adäquate Behandlung fürchten: Die Leistungen von Schmerztherapeuten sind im neuen Katalog zu niedrig bewertet oder fehlen völlig und sind darüber hinaus auf zwei Quartale begrenzt. "Es muss dringend nachgebessert werden, wenn sich die ohnehin schon unzureichende Versorgung Schmerzkranker in Deutschland nicht noch verschlechtern soll," so Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS).

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Lücken im Katalog

Die Mängelliste ist lang und beginnt schon bei der Basisdiagnostik, die vor Beginn der Therapie stattfinden muss. Bisher richtet sich ihre Vergütung nach den ohnehin schon niedrigen Berechnungsgrundlagen von 1987 - im EBM 2000 plus wird sie noch weiter nach unten korrigiert. Immer noch wird Schmerztherapie mit dem Verabreichen von regionalen Nervenblockaden gleichgesetzt. Einige Leistungen, die in der Qualitätssicherungsvereinbarung mit den Ersatzkassen als Voraussetzung festgeschrieben sind, bildet der neue EBM überhaupt nicht ab - z. B. Schmerztagebuch und Schmerzmessung - sie werden daher nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden können. Gründe für diese Lücken im Leistungskatalog: "Einige Krankenkassen weigern sich, das nötige Geld zur Verfügung zu stellen. Außerdem versuchen sie, Schmerzpatienten auf die Psychiatrie-Schiene zu schieben", stellt Dr. Dietrich Jungck (Hamburg), fest. Da auch die Pauschalvergütung für Schmerztherapeuten gesenkt wird, befürchten die Experten, dass die Leistungen, die Mediziner bisher ohne Honorar erbrachten, demnächst ganz wegfallen könnten.

Nur jeder fünfte Schmerzpatient ist ausreichend versorgt

In Deutschland leiden mindestens zehn Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen, wobei schon heute nur jeder fünfte ausreichend versorgt wird. "Jeder unzureichend oder nicht versorgte Schmerzpatient ist eine ständige Anklage an die Verantwortlichen in Gesundheitspolitik, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und gesetzliche Krankenversicherung", so Dr. Jungck. Die Experten der DGSS fordern daher Politik, KBV und Krankenkassen eindringlich auf, so schnell wie möglich die Bedingungen zur Sicherstellung der Versorgung von Schmerzpatienten zu schaffen. "Es zeigt sich hier erneut, dass dringender Bedarf für die Einführung eines Facharztes für Schmerztherapie besteht, um die Interessen der Patienten und Therapeuten zu vertreten und die notwendige Aus- und Weiterbildung zu verbessern" so Prof. Zenz

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), Knappschaftskrankenhaus Langendreer, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3000, E-Mail: zenz@anaesthesia.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgss.org

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