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Tabakkonsum in jeder Form Krebs erregend

01.12.2004


Nicht nur inhaliert, sondern auch geschnupft oder gekaut sind Tabakprodukte Krebs erregend. Die Schädlichkeit des so genannten "Smokeless Tobacco" dokumentiert eine neue Monographie der International Agency for Research on Cancer in Lyon (IARC), zu der Dr. Urmila Nair und Dr. Jagadeesan Nair, Abteilung Toxikologie und Krebsrisikofaktoren, Deutsches Krebsforschungszentrum, als Mitglieder der Expertengruppe und durch ihre eigenen wissenschaftlichen Arbeiten beigetragen haben. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse erschien kürzlich in der Dezember-Ausgabe von The Lancet Oncology; die vollständige Monographie wird erst nächstes Jahr verfügbar sein.

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Unter "Smokeless Tobacco" versteht man Kau- und Schnupftabak. Millionen von Menschen sind davon abhängig, und gerade unter Jugendlichen erfreut er sich immer größerer Beliebtheit. Dr. Martina Pötschke-Langer vom WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle erklärt: "Orale Tabakprodukte werden von den Tabakkonzernen in den Ländern, in denen sie zugelassen sind, zunehmend als "Einsteigerdrogen" für Jugendliche vermarktet. Die Tabakprodukte werden zusätzlich mit Zusatzstoffen wie Zucker, Lakritze oder Menthol versetzt, um den strengen Tabakgeschmack zu überdecken." Doch wie in jedem Tabak sind auch im "Smokeless Tobacco" Nikotin und Nitrosamine enthalten. Epidemiologische Studien aus verschiedenen Ländern haben den Beweis erbracht, dass Kau- und Schnupftabak beim Menschen Mund- und Bauchspeicheldrüsenkrebs verursachen. Aus diesem Grund wurde "Smokeless Tobacco" von der IARC als "für den Menschen Krebs erregend" eingestuft.

Die tabak-spezifischen Nitrosamine N’-Nitrosonornikotin (NNN) und 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon (NNK) sind die häufigsten starken Karzinogene in "Smokeless Tobacco". Eine Belastung mit diesen Substanzen verursachte in Tierversuchen gut- und bösartige Tumoren der Atemwege, sowie in weiteren Organen im Körper. Auch beim Menschen konnte basierend auf mechanistischen Studien ein Zusammenhang zwischen den Nitrosaminen und Tumoren gefunden werden. NNK und NNN in Kombination wurden deshalb ebenfalls als "für den Menschen Krebs erregend" eingestuft.


Für Dr. Pötschke-Langer ist die Aufrechterhaltung eines Handelsverbotes in Europa für orale Tabakprodukte gerechtfertigt, da diese Suchtmittel Krebs erzeugende Substanzen enthalten.

Vincent Cogliano, Kurt Straif, Robert Baan, Yann Grosse, Béatrice Secretan, Fatiha El Ghissassi: Smokeless tobacco and tobacco-related nitrosamines. The Lancet Oncology 5 (12), 708, Dezember 2004

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.

Stabsabteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

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