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Bewältigung von Strahlenunfällen: Nuklearmedizin in weltweitem Netz

30.11.2004


Zur medizinischen Bewältigung von Strahlenunfällen unterhält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein globales Netzwerk von derzeit neun Kollaborationszentren und 19 Instituten. Darin wird Deutschland von der Klinik für Nuklearmedizin der Uni Würzburg vertreten.



Diese Aufgabe wurde der Würzburger Klinik unter ihrem Direktor Professor Christoph Reiners vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Jahr 2003 übertragen. Zuvor war es eine von Professor Theodor Fliedner am Ulmer Uniklinikum geleitete Arbeitsgruppe, die zwölf Jahre lang als deutsches Kollaborationszentrum der WHO fungierte.



Die Übergabe der deutschen Repräsentanz von Ulm nach Würzburg wird am Freitag, 3. Dezember, offiziell begangen. Bei einer Feierstunde, die um 11.15 Uhr im Hörsaal der Kinderklinik (Haus D 31) beginnt, spricht zunächst Professor Fliedner zum Thema "Medizinische Behandlung akuter Strahlenunfälle: Herausforderungen für die Zukunft". Anschließend stellt Professor Reiners das weltweite REMPAN-Netzwerk und die SEARCH-Datenbank vor.

Das Kürzel REMPAN steht für die Repräsentanz Deutschlands im Netzwerk zur gegenseitigen medizinischen Hilfe bei Strahlenunfällen ("Radiation Emergency Medical Preparedness and Assistance Network"). Die SEARCH-Datenbank dient der medizinischen Auswertung von Strahlenunfällen. Beides fällt in den Aufgabenbereich, den das Bundesministerium der Nuklearmedizinischen Klinik in Würzburg zugewiesen hat. Hinzu kommt der Auftrag, die Organisation der medizinischen Versorgung von Strahlenunfallopfern in der Bundesrepublik zu verbessern.

Wissenschaftlich stehen dabei für die Würzburger Klinik die Wirkungen von Strahlen auf die Schilddrüse sowie die physikalische und biologische Dosimetrie im Mittelpunkt. Außerdem soll hier die SEARCH-Datenbank zu einem Expertensystem weiterentwickelt werden. Die Klinik gehört seit 1990 zum nationalen System der elf Regionalen Strahlenschutzzentren der Berufsgenossenschaften. Ihre Strahlenunfallstation besteht aus einer Dekontaminationsabteilung mit Physiklabor und Messeinrichtungen, Ganzkörperzähler, OP-Raum sowie einer Intensivstation mit zwei und einer weiteren Station mit 14 Betten.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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