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WSI-Herbstforum: Gesundheitsbelastung am Arbeitsplatz steigt

30.11.2004


Wissenschaftler warnen vor Burnout

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In 90 Prozent aller Betriebe sind seit dem Jahr 2000 die psychischen Belastungen der Beschäftigten gestiegen. Rund ein Drittel melden vermehrte körperliche Belastungen. Das zeigt eine Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung unter mehreren Tausend Betriebs- und Personalräten. Gründe für den wachsenden Stress im Job: Stellenabbau, Arbeitsverdichtung, Zeitknappheit, steigende individuelle Verantwortung der Beschäftigten sowie schlechtes Führungsverhalten.

Vor diesem Hintergrund diskutierten auf dem WSI-Herbstforum in Berlin Experten aus Wissenschaft, Politik und Gewerkschaften über die "Qualität der Arbeit". Im Fokus standen dabei auch die möglichen Auswirkungen der steigenden Arbeitsbelastungen auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie auch auf die Gesellschaft. So drohen Beschäftigte unter dem Druck vermehrt mit Burnout-Symptomen zusammenzubrechen, warnen Wissenschaftler des WSI. Dies könne sich in verminderter Leistungsfähigkeit, geringerer Produktivität und sogar Frühverrentung niederschlagen - mit entsprechenden Belastungen für die Rentenkassen.


Eine Arbeitszeitverlängerung, wie derzeit politisch diskutiert, würde solche Folgen noch verstärken. Als mögliche Gegenmaßnahme wurde in Berlin unter anderem ein verbindlicherer Arbeitsschutz in den Betrieben diskutiert. Hier zeigen die WSI-Daten erhebliche Mängel: So wird das Arbeitsschutzgesetz hier offenbar kaum umgesetzt. Nur die Hälfte aller Betriebe hat seit 1996 die so genannte Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, die eine Bestandsaufnahme der Gefahren an jedem Arbeitsplatz vorsieht - und das mehr schlecht als recht.

Auch über einen verbesserten Gesundheitsschutz auf überbetrieblicher Ebene berieten die Experten in Berlin. Mögliche Ansatzpunkte sehen sie etwa in Präventionsmaßnahmen durch tarifpolitische Vereinbarungen und eine engere Kooperation von Verbänden, Berufsgenossenschaften sowie Krankenkassen.

Karin Rahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.wsi.de

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