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Gehirne von Koksern haben eine andere Struktur

18.11.2004


Der Mandelkernkomplex ist deutlich kleiner

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»Gehirn »Mandelkernkomplex

Wissenschafter des Massachusetts General Hospital haben nachgewiesen, dass Kokainsüchtige über eine andere Gehirnstruktur verfügen. Laut Studie kann dadurch ihre Fähigkeit beeinträchtigt sein, die Konsequenzen ihrer Handlungen einzuschätzen. Der Mandelkernkomplex ist laut BBC bei Süchtigen deutlich kleiner. Die Forscher schreiben in dem Fachmagazin Neuron, dass diese Ergebnisse nahe legten, dass ein verringertes Volumen des Mandelkernkomplexes eine größere Anfälligkeit für die Sucht bedeuten könnte. Weitere Untersuchungen mit Familien und Langzeitstudien mit Kokainsüchtigen seien jedoch erforderlich.

Die Forscher führten Kernspinresonanztomografie-Scans der Gehirne von 27 Kokainsüchtigen und einer Kontrollgruppe gleichen Alters und gleichen sozialen Umfelds durch. Mit den Daten der Scans wurden 3D-Bilder des Gehirnes erstellt, die erlaubten das Volumen des Mandelkernkomplexes zu bestimmen. Es zeigte sich, dass die Mandelkernkomplexe der Süchtigen im Durchschnitt in der linken Gehirnhälfte durchschnittlich 13 Prozent und in der rechten rund 23 Prozent kleiner waren. Die Größe stand in keinem Zusammenhang mit dem Ausmaß von Angstgefühlen, Depressionen, Kokainkonsum oder dem Alter, in dem die Droge erstmals konsumiert wurde.


Die Gehirne der Süchtigen zeigten zusätzlich eine Verringerung der Lateralisation, die darauf beruht, dass der Mandelkernkomplex normalerweise in beiden Hirnhälften über das gleiche Volumen verfügt. Die Größe des Hippokampus, der neben dem Mandelkernkomplex situiert ist, wurde ebenfalls untersucht. In diesem Bereich konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kokainsüchtigen und der Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Die festgestellten Veränderungen der Mandelkernkomplexe unterschieden sich zusätzlich von jenen bei manischen Depressionen und Alzheimer. Bei beiden Erkrankungen verfügen der Mandelkernkomplex und der Hippokampus über ein verringertes Volumen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mgh.harvard.edu
http://www.neuron.org

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