Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knochen-Nagel verlängert Bein besonders schonend

17.11.2004


MHH-Unfallchirurgie blickt auf zweijährige Erfahrung mit neuem Implantat zurück

... mehr zu:
»Implantat

Eine Beinverkürzung durch einen Unfall, einen Tumor oder eine Entzündung muss häufig chirurgisch korrigiert werden. Ist ein Ober- oder Unterschenkel um mehr als zwei Zentimeter verkürzt, raten Ärzte dazu, das betroffene Bein operativ zu verlängern. Geschieht das nicht, droht ein Verschleiß der Wirbelsäule, des Beckens oder der Gelenke, weil diese falsch belastet werden. Bislang wurde der Knochen meistens durch ein oft umfangreiches und optisch wenig schönes Gestänge mit Drähten und Schrauben verlängert. Eine ganz neue Methode haben Unfallchirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in den vergangenen zwei Jahren getestet. Dabei wird den Patienten ein Verlängerungsnagel mit der Bezeichnung Intramedullary Skeletal Kinetic Distractor (ISKD) eingesetzt. "Die europaweit erste Implantation dieses in den USA entwickelten Implantates erfolgte im Sommer 2002 in der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover", sagt Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der MHH-Unfallchirurgie. Innerhalb weniger Wochen wurde das neuartige Implantat bei vier Patienten in der MHH eingesetzt. Zwei Jahre lang betreute Professor Krettek gemeinsam mit Dr. Stefan Hankemeier, MHH-Unfallchirurgie, diese Patienten. "Nach den heute vorliegenden Ergebnissen war der Einsatz des Verlängerungsnagels in allen vier Fällen erfolgreich", so Professor Krettek.

Der serienmäßig gefertigte Verlängerungsnagel ISKD "wächst" rein mechanisch bei jeder Drehbewegung (ab 3 Grad) des ganz natürlichen Bewegungsablaufes in winzigen Proportionen. Pro Tag ist ein Längenzuwachs von etwa einem Millimeter möglich. Der Nagel wird vor jeder Operation auf die zu erreichende Länge eingestellt (maximal acht Zentimeter). Über einen kleinen Hautschnitt setzen Chirurgen das Implantat in den verkürzten Knochen ein und verschrauben ihn. Mit einem weiteren Schnitt durchtrennen sie den anliegenden Knochen, damit dieser nachwachsen kann. Zur Kontrolle können Ärzte und Patienten das Wachstum des Nagels und des Knochens mit Hilfe eines Magnetsensors durch die Haut genau verfolgen. Ist das Ziel erreicht, bleibt der Nagel im Bein, wenn er nicht stört. "Knochenverlängerungen können so wesentlich schonender vorgenommen werden. Die Patienten haben im Vergleich zur herkömmlichen Technik weniger Schmerzen, das Risiko von Infektionen und Beweglichkeitseinschränkungen ist erheblich geringer", beschreibt Professor Dr. Christian Krettek die Vorteile dieser neuen Operationsmethode. Die Behandlungsdauer konnte im Vergleich zu den anderen Verfahren erheblich verkürzt werden. Alle Patienten seien mit der Behandlung und dem Ergebnis sehr zufrieden. Einen Nachteil gebe es: In der Regel werden die Kosten durch die Krankenkassen nicht übernommen, es muss von Fall zu Fall neu verhandelt werden.


Weitere Informationen gibt Ihnen gern Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der MHH- Unfallchirurgie, Telefon: (0511) 532-2050, E-Mail: Krettek.Christian@mh-hannover.de.

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Implantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten