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Handgelenk oder Oberarm - was ist genauer?

15.11.2004


Für eine verlässliche Blutdruckmessung ist unter anderem die korrekte Armhaltung wichtig, da die Messung in Höhe des Herzens erfolgen soll. Seit kurzem gibt es Handgelenk-Geräte mit Positionssensor, die eine korrekte Durchführung erleichtern sollen. Mediziner der Universität Bonn wollen nun überprüfen, wie zuverlässig die damit gewonnenen Blutdruckwerte sind. Für ihre Studie suchen sie nach Probanden zwischen 40 und 70 Jahren mit Verdacht auf Bluthochdruck.



Der Effekt heißt "Weißkittel-Hypertonie" und ist gar nicht mal so selten: Etwa 20 Prozent aller Patienten, bei denen der Arzt erhöhte Messwerte feststellt, haben zu Hause einen normalen Blutdruck; allein die Stresssituation bei der ärztlichen Untersuchung treibt ihre Werte in die Höhe. Schon deshalb sollten Bluthochdruckpatienten ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause überprüfen. Doch leider unterlaufen Laien dabei immer wieder Fehler, beispielsweise durch eine falsche Armhaltung bei der Messung.



Als verlässlichste Methode gilt daher noch immer die 24-Stunden-Langzeitmessung, bei der die Patienten ein Blutdruckmessgerät während eines ganzen Tages mit sich herumtragen. Weniger aufwändig sind Handgelenksmessgeräte mit Positionssensor, die bei falscher Handhabung warnen. Noch gibt es allerdings kaum Studien, inwieweit die Selbstmesswerte Aussagen über das Risiko von Hochdruckschäden am Herz-Kreislauf-System erlauben.

Die Bonner Studie unter Leitung von Privatdozent Dr. Thomas Mengden möchte hier Abhilfe schaffen. Die Mediziner suchen nach Probanden zwischen 40 und 70 Jahren mit unbehandeltem Bluthochdruck, die über zwei Wochen morgens und abends je zweimal ihren Blutdruck mit einem modernen Handgelenkmessgerät zu Hause erfassen. Die völlig ungefährliche und schmerzfreie Messung dauert nur wenige Sekunden; die Werte werden dabei vom Gerät aufgezeichnet und vom Arzt nach Ablauf der zwei Wochen ausgewertet. Jeder Proband wird zudem daraufhin untersucht, ob er möglicherweise bereits Hochdruckschäden an Herz, Gefäßen oder Nieren aufweist. Zusätzlich wird für alle Teilnehmer das individuelle Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bestimmt.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0228/287-2225 (Studienkoordination Miriam Monshausen; täglich 14 bis 16 Uhr) oder per E-Mail an Miriam.Monshausen@ukb.uni-bonn.de mit der Medizinischen Poliklinik der Universität Bonn (Direktor Professor Dr. Hans Vetter) in Verbindung setzen.

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

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