Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoffnung für die Behandlung einer seltenen Meningitis-Form

15.11.2004


Tuberkulose-Bakterium dringt in Gehirnumgebung und Rückenmark ein



Eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten kann die Todesfälle durch tuberkulöse Meningitis um ein Drittel reduzieren. Forscher von der Universität Oxford fanden heraus, dass die Verwendung traditioneller Tuberkulose-Medikamente mit Dexamethason, einem entzündungshemmenden Wirkstoff, die Sterblichkeitsrate der seltenen Meningitis-Form um 30 Prozent verminderte.



Dexamethason wird landläufig verwendet, um akute bakterielle Meningitis zu behandeln. Nun hat es sich erstmals für die Behandlung der Meningitis tuberculosa als nützlich erwiesen. Das Team von der Abteilung für Klinische Forschung von der Universität Oxford untersuchte 545 Patienten in Vietnam. Obwohl die Medikamenten-Kombination einen Effekt auf die Sterblichkeitsrate hatte, senkte sie die Zahl jener Personen, die schwere Behinderungen davontrugen, nicht. Tuberkulöse Meningitis tötet oder behindert die Hälfte der 80.000 Menschen, die jährlich weltweit daran erkranken, die meisten davon in den Entwicklungsländern. Etwa 150 Menschen in Großbritannien erkranken jährlich an Meningitis tuberculosis, und die Zahl steigt mit zunehmenden Auslandsreisen und Einwanderungszahlen.

Die Krankheit wird verursacht, wenn das Tuberkulose-Bakterium in die Membranen und die Flüssigkeit, die das Gehirn umgeben, und in das Rückenmark eindringt. Guy Thwaites, Forscher am Wellcome Trust, der die aktuelle Studie sponserte, freute sich über den signifikanten Durchbruch. "Tuberkulöse Meningitis ist eine Krankheit, die das Todesurteil für Betroffene bedeuten kann. Die Entwicklung einer klinischen Behandlung, die die Sterblichkeitsrate derart signifikant reduziert, ist ein großer Schritt vorwärts", so Thwaites. Viele Personen erlitten Symptome ähnlich einem Schlaganfall, die mit dem Verlust körperlicher Funktionen und einer Lähmung ganzer Körperhälften einhergehen. Linda Glennie von der Meningitis Research Foundation meinte, das Ergebnis bedeute Hoffnung für Entwicklungsländer. "Experten sagen vorher, dass die tuberkulöse Meningitis in Zukunft zunimmt, daher ist es essenziell, dass wir sie behandeln können."

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jr2.ox.ac.uk
http://www.wellcome.ac.uk
http://www.meningitis.org

Weitere Berichte zu: Entwicklungsland Meningitis Meningitis-Form

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie