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Grundlage für Verhütungsmittel für Männer - Impfstoff neutralisiert Sperma von Affen

15.11.2004


Empfängnisverhütungsmittel für Männer sind einen Schritt weiter Richtung Realität gerückt, nachdem eine Studie der Universität von North Carolina in Chapel Hill an Affen gezeigt hat, dass diese durch einen Impfstoff, der auf ihr Sperma abzielt, unfruchtbar gemacht werden können.



Im Gegensatz zu der breiten Palette an Verhütungsmitteln für Frauen stehen Männern, die ihre Fruchtbarkeit beschneiden möchten, nur Kondome oder eine Vasektomie zur Verfügung. Forscher haben mehr als 20 Jahre erforscht, wie man Männer impfen könnte, damit ihr Immunsystem die Spermienproduktion zeitweilig außer Kraft setzt.



Nun haben Michael O´Rand und seine Kollegen von der Universität von North Carolina einen Durchbruch erzielt. Sie injizierten neun Affen alle drei Wochen das menschliche Protein Eppin, das im äußeren Mantel des Spermiums sitzt. Nach der Immunisierung produzierten sieben Affen ausgiebig Antikörper gegen das Eppin, und alle diese Affen waren unfruchtbar, als man sie mit Weibchen paarte. Zwei Drittel einer Kontrollgruppe, der ein Placebo injiziert wurde, zeugten nach wie vor Nachkommen. Die Forscher glauben, dass sich die Antikörper an die Eppin-Proteine binden und Sperma so an der normalen Aktivität hindern, wenn es ejakuliert wird. Sie hoffen, dass dieser Ansatz als Verhütungsform für Männer adaptiert werden kann.

"Es sind mehr positive Daten, als ich jemals gesehen habe, obwohl es noch einige unbeantwortete Fragen gibt", kommentiert Bernard Robaire, ein Spezialist für männliche Fortpflanzung an der McGill Universität in Montreal. Beispielsweise sei noch unklar, ob der Impfstoff voll reversibel ist. Nur fünf der sieben Affen erlangten ihre Fruchtbarkeit wieder, nachdem die Injektionen gestoppt wurden. Bis jetzt sind alle Versuche, einen Impfstoff gegen Sperma zu entwickeln, gescheitert. Ein Problem ist, dass Antikörper gegen Spermienproduktion andere Zellen in den Hoden in Mitleidenschaft ziehen und Entzündungen auslösen können. In der aktuellen Studie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich der Antikörper am Spermium im männlichen Reproduktionstrakt festklammert und die Hoden nicht beeinträchtigt.

Eine zweite Schwierigkeit besteht darin, dass ein männliches Verhütungsmittel 100-prozentig effektiv sein muss, um jegliches Spermium an der Fortbewegung zu hindern. Das bedeutet, dass der Körper genug Antikörper produzieren muss, um die Hunderten Mio. Spermien jeder Ejakulation stillzulegen. Bisher konzentrierte sich die Forschung zu Verhütungsmitteln für Männer darauf, die Levels männlicher Hormone zu verändern, um die Spermienproduktion komplett auszuschalten. Aber die Hormone wirken sich auf den ganzen Körper aus und derartige Behandlungen können deshalb unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen. Ein Verhütungs-Impfstoff wird als vorteilhaft angesehen, weil er weniger Zeit als eine hormonelle Behandlung braucht um anzulaufen und die Spermienproduktion aufrecht erhält.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unc.edu
http://www.mcgill.ca/

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