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Mehr Sicherheit für Frauenherzen - Besonders Frauen profitieren von neuem Bypass-Verfahren am schlagenden Herzen" (OPCAB)

15.11.2004



Mehr Sicherheit für Frauenherzen
Bypass-Operationen überbrücken gefährliche Engstellen in Herzgefäßen und sichern die Sauerstoffversorgung des Herzens. Das schonende OPCAB-Verfahren ermöglicht den Eingriff am schlagenden Herzen, ohne Herz-Lungen-Maschine. Mit OPCAB behandelte Patienten erholen sich schneller und benötigen weniger Folgebehandlungen - vor allem Frauen profitieren von dem neuen Verfahren.


Mehr Sicherheit für Frauenherzen


Frauen sterben nach einer Bypass-Operation häufiger als Männer. Sicherer wird der Eingriff besonders für Frauen, wie aktuelle Studien zeigen, durch das neue OPCAB-Verfahren (off pump coronary artery bypass): Es ermöglicht die Operation am schlagenden Herzen, also ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. In einer Untersuchung des Klinikums Grosshadern wurde die Sterblichkeit von Frauen durch OPCAB um 42 Prozent gesenkt. Auch die kosmetischen Ergebnisse können heute durch endoskopische Venenentnahme deutlich verbessert werden.

Entgegen aller Vorurteile ist Herzinfarkt keine reine Männersache. Längst haben Frauen in der Infarkt-Häufigkeit aufgeholt - rund 130.000 sind jedes Jahr betroffen. Die Gefahr, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist für Frauen sogar größer als für Männer. Die Ursachen: Frauen erleben den Infarkt und seine Vorzeichen anders, nehmen die Symptome nicht ernst. Hinzu kommt, dass auch Ärzte den Infarkt bei Frauen oft erst zu spät erkennen.


Bypass-OP mit Herz-Lungen-Maschine: Für Frauen riskanter

Jährlich werden in Deutschland 70.000 Bypass-Operationen durchgeführt, um Menschen vor einem Herzinfarkt zu schützen. Bypass heißt so viel wie "Umleitung", d. h. gefährliche Engstellen in Herzgefäßen werden überbrückt, um die Versorgung des Herzens zu sichern. Auffällig ist, dass Frauen, insbesondere jüngere Patientinnen, deutlich häufiger als Männer nach einem solchen Eingriff sterben. Professor Sabine Däbritz, Herzchirurgin am Klinikum Großhadern in München, nennt einige Gründe: "Die Operation ist bei Frauen schwieriger, weil sie ein kleineres Herz, kleinere Herzkranzarterien und Gefäße haben, die als Bypass angenäht werden. Hinzu kommt, dass Frauen stärker unter Komplikationen durch den in der Bypass-OP üblichen Einsatz der Herz-Lungen-Maschine leiden." Kein Wunder - die Erkenntnisse aus Studien, die diesem Verfahren zugrunde liegen, wurden vor allem mit männlichen Patienten gewonnen. Dass Frauenherzen buchstäblich "anders schlagen", wird noch immer kaum berücksichtigt.

OPCAB: Stabilisieren statt Stilllegen

Doch jetzt gibt es ein neues Verfahren, von dem besonders Frauen profitieren: OPCAB (off pump coronary artery bypass) ermöglicht die Operation am schlagenden Herzen. Dabei wird nicht das ganze Herz still gelegt, sondern der Chirurg stabilisiert nur den eng umschriebenen Bereich, an dem der Bypass angenäht wird. Das Herz kann weiter schlagen, lediglich die durch Stabilisatoren und eine Saugglocke gesicherte Nahtstelle ruht für kurze Zeit. OPCAB ist mit deutlich weniger Risiken für die Patienten verbunden als der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Der ausgeprägt hohe Nutzen gerade für Frauen ist selbst für Ärzte erstaunlich, so Professor Sabine Däbritz: "Am Klinikum Großhadern konnten wir die Sterblichkeitsrate von Frauen nach einer Bypass-Operation durch OPCAB um mehr als ein Drittel senken! Auch die Zahl der beim Einsatz der Herz-Lungen-Maschine häufigen Komplikationen wie Blutungen und immunologische Entzündungen sank deutlich."

Kleine Narben durch minimale Schnitte

Für den Bypass werden meist Venen oder Arterien aus dem Bein oder Un-terarm entnommen. Im Unterschied zu früher können die Gefäße heute dank neuer, endoskopischer Verfahren durch winzige Schnitte entnommen werden. Große Narben gehören damit der Vergangenheit an - ein Vorteil, den vor allem Frauen zu schätzen wissen.

Hinweis von Aktion Meditech: Mit OPCAB behandelte Patienten erholen sich schneller und benötigen seltener Folgebehandlungen. Auf diese Weise nutzt das schonende Verfahren nicht nur den Patienten - und besonders den Frauen! - sondern führt zu einer Kostenentlastung des Gesundheitswesens.

Annette Haas | Aktion Meditech
Weitere Informationen:
http://www.aktion-meditech.de

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