Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PCB als Krebserreger identifiziert

11.11.2004


Zusammenhang mit Kolorektalkarzinom bewiesen



Organochlor-Verbindungen werden schon wieder als krebsfördernd bezeichnet: Nach einer aktuellen Studie von Forschern in Barcelona werden insbesondere polychlorierte Biphenyle (PCB) in Zusammenhang damit gebracht, Dickdramkrebs zu fördern, berichtet das Wissenschaftsmagazin Environmental Health Perspective in seiner jüngsten Ausgabe. Die Krebsrate stieg insbesondere bei Menschen, die hohen Konzentrationen ausgesetzt waren.

... mehr zu:
»Krebserkrankung »Krebserreger »PCB


Dickdarmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung und die zweitgefährlichste in der westlichen Welt. Sowohl Männer als auch Frauen sind gleichermaßen davon betroffen. Die Hintergründe der Erkrankung sind vielfach ungeklärt, obwohl schlechte oder Mangelernährung damit in Zusammenhang gebracht werden. Ernährung wird auch dafür verantwortlich gemacht, wie viele synthetische organische Chemikalien, die in der Landwirtschaft und in der Industrie verwendet werden, in den Körper gelangen. Zahlreiche PCBs stehen schon seit Jahren in Verdacht krebserregend zu sein. Trotz des Verbots in zahlreichen Staaten, wie etwa seit 1976 in den USA, sind PCBs immer noch weit verbreitet.

Den Forschern ist es gelungen, nachzuweisen, dass das Umweltgift zur Mutation zweier Gene führt, die dann möglicherweise die Krankheit auslösen. "Obwohl der Dickdarmkrebs nicht als hormon-bedingte Krebserkrankung zu bezeichnen ist, gibt es keine Zweifel, daran, dass Hormone bei seiner Entstehung eine Rolle spielen. Das gilt insbesondere für Frauen", so die Studienautoren. Studien von anderen Krebserkrankungen wie Pankreas und Brust haben ergeben, dass Organochlor-Verbindungen mit genetischen Veränderungen in Tumoren interagieren. Da die Kolorektalkrebserkrankungen in derartig großer Zahl auftreten, sollten die Untersuchungen fortgesetzt werden, fordert auch der Herausgeber des EHP, Jim Burkhart.

Als Folge von Havarien und insbesondere von unsachgemäßem Abfallmanagement sind die PCBs heute in der Umwelt allgegenwärtig, wo sie durch biologische Prozesse kaum abgebaut werden, berichtet das deutsche Umweltbundesamt. PCBs konzentrieren sich in der Nahrungskette und werden darüber hinaus über große Entfernungen durch die Luft transportiert, wobei sie sich in kälteren Regionen, in denen sie niemals verwendet wurden, anreichern. Besonders hohe PCB-Gehalte sind im Fettgewebe arktischer Säugetiere wie Robben und Eisbären, aber auch in der Muttermilch der Inuit-Frauen festzustellen. Die PCBs gehören wegen ihrer Dauerhaftigkeit in der Umwelt und ihres Potenzials für Ferntransport und ihrer schädlichen Wirkungen auf Umwelt und Gesundheit zu den Persistenten Organischen Schadstoffen (POPs).

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ehp.niehs.nih.gov

Weitere Berichte zu: Krebserkrankung Krebserreger PCB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten