Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Gläsernes Gehirn" wird interdisziplinär erforscht

10.11.2004


Land Baden-Württemberg unterstützt mit 500.000 Euro die Einrichtung eines deutschlandweit einmaligen Brain Imaging Centers

... mehr zu:
»Psychiatrie

Mit 500.000 Euro fördert seit dieser Woche das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg für zwei Jahre die Einrichtung des "Süddeutschen Brain Imaging Centers". An den zwei Standorten Freiburg und Mannheim/Heidelberg werden Forscher aus verschiedenen Fachrichtungen in einem für Deutschland einmaligen Ausmaß zusammenarbeiten, um neue Methoden zur Erforschung des menschlichen Gehirns zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen zur besseren Behandlung vieler Krankheiten beitragen.

"Eine Besonderheit des Zentrums liegt dabei in der engen Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern aus dem Bereich der Magnetresonanztomographie (MR)-Technik und Informatik und klinischen Wissenschaftlern aus den Bereichen Psychologie, Neurologie und Psychiatrie", erklärt PD Dr. L. Tebartz van Elst, Sprecher des Standorts Freiburg. "Die MR-Technik ermöglicht uns, genauere Einblicke in eine Art gläsernes Gehirn zu gewinnen. So können etwa Fingerbewegungen aber auch Denkprozesse und Emotionen besser verstanden werden", verdeutlicht Professor Reinhard Männer, Sprecher des Standortes Mannheim/Heidelberg.


Das Süddeutsche Brain Imaging Center soll diese zukunftsträchtige Untersuchungsmethode auf verschiedenen Gebieten weiterentwickeln. Es soll z.B. die Technik der Bildaufnahmen verbessert werden, um die Geräte leiser zu machen oder etwa Einlicke in die mikroskopische Struktur des Gehirns zu gewinnen. Chemische Gehirnprozsse sollen nebenwirkungsfrei erfaßt werden. Funktionelle Untersuchungen sollen in Echzeit ermöglicht werden und andere Techniken wie etwa die sogenannte Elektroencephalographie (EEG) sollen mit der Magnetresonanz-Technik kombiniert werden. Diese Methoden werden dann bei Patienten mit chronischen Schmerzstörungen, Ohrgeräuschen (Tinnitus), Epilepsien oder psychiatrischen Störungen zur Anwendung gebracht. Die Wissenschafter und -innen versprechen sich davon mittelfristig die Therapie dieser Krankheiten verbessern zu können.

Die beteiligten Forschergruppen verstehen die Förderung durch das Land als große Chance und Auftrag zugleich. Das fachliche Spektrum der beteiligten Wissenschaftler reicht derzeit von der Magnet-Resonanz-Physik (Professor Jürgen Hennig, Radiologie, Freiburg, und Professor Lothar Schad, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg) über die Informatik (Professor Reinhard Männer, Dr. Daniel Gembris, Institut für Computerunterstützte Medizin der Universitäten Mannheim und Heidelberg) und die Medizin (Priv.Doz. Dr. Andreas Schulze-Bonhage, Epileptologie, Universität Freiburg, Priv.Doz. Dr. K. Lieb und Priv. Doz. Dr. Ludger Tebartz van Elst, Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Freiburg) bis hin zur Psychologie (Professor Rupert Hölzl und Professor Herta Flor, beide Mannheim). Durch Ideenaustausch und projektorientierte Zusammenarbeit, die ausdrücklich auch für weitere neurowissenschaftliche Arbeitsgruppen offen sein will, soll die Grundlage für eine Weiterförderung als DFG-Forschergruppe bzw. mittelfristig als DFG-Sonderforschungsbereich erarbeitet werden. Langfristig will sich das Süddeutsche Brain Imaging Zentrum als internationales Exzellenzzentrum im Bereich der zukunftsträchtigen Schlüsseltechnologie der bildgebenden Neurowissenschaften etablieren.

Weitere Informationen

Universitätsklinik Freiburg
Abteilung für Psychiatrie & Psychotherapie
PD Dr. Ludger Tebartz van Elst
Telefon: 0761/270-65 01
E-Mail: ludger-vanelst@psyallg.ukl.uni-freiburg.de

Universität Mannheim
Institut für Computerunterstützte Medizin
Professor Dr. Reinhard Männer
Telefon: 0621/181-26 40
E-Mail: maenner@ti.uni-mannheim.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de

Weitere Berichte zu: Psychiatrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie