Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fehlerhafte Gehirnwellen erklären Schizophrenie

09.11.2004


Aktivität im Gammawellenbereich fehlt bei Bildverarbeitung



Wissenschafter der Harvard Medical School haben jene fehlerhaften Gehirnwellen identifiziert, die die Symptome von Schizophrenie erklären sollen. Zellen tauschen im Gehirn Informationen über die Umwelt aus und bilden mentale Eindrücke, die bei Schizophreniepatienten weniger aktiv waren. Damit könnten die Halluzinationen und das veränderte Denken von Betroffenen erklärt und auch behandelt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.



Das Team untersuchte laut BBC die Gehirnwellenmuster von 20 Patienten mit Schizophrenie und 20 Personen einer Kontrollgruppe. Die Teilnehmer wurden ersucht, auf eines von zwei Bildern mit jeweils vier Pac-Man-Figuren zu schauen. Bei der Darstellung dieser Figuren handelt es sich um Kreise mit jeweils einem fehlenden Viertel. Bei einem Bild waren die vier Figuren so angeordnet, dass ein Quadrat in der Mitte wahrnehmbar sein sollte. Die Teilnehmer sollten einen Knopf drücken, um festzustellen, ob sie das Quadrat sahen oder nicht. Gleichzeitig wurden die Gehirnwellen mittels EEG beobachtet. Beide Gruppen waren in der Lage innerhalb einer Sekunde auf die Bilder zu reagieren. Die Schizophreniepatienten machten allerdings mehr Fehler und brauchten rund 200 Millisekunden länger für die Verarbeitung des Bildes.

Bei der Untersuchung der Gehirnwellenmuster zeigte sich, dass die Schizophreniepatienten in einem bestimmten Wellenbereich bei der Lösung der gestellten Aufgabe keine Aktivität aufwiesen. In der Kontrollgruppe wurde im Vergleich dazu eine sichtbare Gammawellenaktivität nachgewiesen, die nahe legte, dass die Gehirne die visuelle Information entsprechend verarbeiteten. Der leitende Wissenschafter Robert McCarley erklärte, dass die festgestellten Unterschiede sehr deutlich seien. "Findet die leistungsfähigste Kommunikation zwischen Neuronen bei 40 Hertz statt und verwenden Schizophrene eine niedrigere Frequenz, ist eine fehlerhafte Kommunikation zwischen den Zellanordnungen und den Gehirnregionen wahrscheinlich." Aus diesem Grund könnten Medikamente, die eine normale Gammareaktion fördern, bei der Behandlung von Schizophrenie sinnvoll sein.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://hms.harvard.edu/hms/home.asp
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: Gehirnwelle Gehirnwellenmuster Schizophrenie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau