Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grippeimpfung zu hoch dosiert

08.11.2004


Zwei Studien bestätigen: Bisherige Vorgangsweise falsch



Ein Fünftel der Grippeimpfstoff-Dosis reicht völlig aus, um einen erwachsenen Menschen vor der Krankheit zu schützen. Nur müsse das Vakzin direkt ins Fleisch und nicht in den Muskel gespritzt werden. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien über die Grippeimpfung im New England Journal of Medicine, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

... mehr zu:
»Grippeimpfung »Muskel »Vakzin


Diese Tatsache würde im Falle eines Notfalls die Behandlung wesentlich erleichtern, und es wäre sinnvoll gewesen diese Erkenntnis etwas früher gewonnen zu haben, meinen die Experten. Vor allem in den USA ist es in diesem Herbst zu Problemen mit der Versorgung von Grippe-Impfstoffen gekommen. Für die kommende Impfsaison könnten die beiden Studien aber weitreichende Folgen haben. Am 11. November treffen sich die 16 größten Impfstoffhersteller gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf um im Falle einer Epidemie Schritte zu überlegen. Zu tief sitzt nämlich jene Angst, dass es wieder zu einem Ausbruch einer Grippe wie 1918/19 kommen könnte. Dabei kamen mehr Menschen ums Leben als beim 1. Weltkrieg.

Zum einen rät die Studie dazu die Impfung ähnlich wie jene gegen Tuberkulose, BCG, intradermal, also direkt unter die Haut zu verabreichen. Dabei bildet sich eine deutlich sichtbare runde Vorwölbung der Oberhaut, die als "Quaddel" bezeichnet wird. Die intradermale Injektion wird auch häufig bei Allergietests durchgeführt. Die Haut hält ein geringeres Volumen von injizierter Flüssigkeit als ein Muskel. Einer Studie aus den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zufolge war der optimale Schutz eine 0,5 Milliliter Dosis, die tief in den Muskel injiziert werden musste.

Die beiden neuen Studien hingegen gehen allerdings von Dosen von 0,1 Milliliter interdermal injiziert aus. Die eine Forschergruppe um Robert Belshe von der amerikanischen St. Louis University untersuchte einen neuen Impfstoff von GlaxoSmithKline, der 40 Prozent der Standard intramuskulären Dosis an Influenza-Proteinen abgibt. Die zweite Forschergruppe um Richard Kenny vom Pharmahersteller R&D in Gaithersberg, Maryland, hat verschiedene Volumina der Standard-Impfung untersucht. Sie verabreichte jeweils nur ein Fünftel der normalen Dosis.

Beide Studien ergaben, dass die Geimpften dieselbe Menge an Antikörpern entwickelten. Belshes Studie inkludierte auch über 65-Jährige, die mehr als 90 Prozent der Todesfälle ausmachen und die besonders schlecht auf die Vakzine ansprechen. Sie reagierten nur unwesentlich schlechter auf die intradermale Verabreichung als auf die intramuskuläre.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Grippeimpfung Muskel Vakzin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten