Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laufbandunikat ermöglicht Entdeckung der Schnelligkeit

05.11.2004


Weltweit einzigartiges Laufband zur Erforschung der Gangarten im Lauflabor der Universität Jena installiert

... mehr zu:
»Lauflabor

Äußerlich betrachtet wirkt das neue Laufband, das seit kurzem im Lauflabor der Friedrich-Schiller-Universität Jena steht, nicht besonders spektakulär. Aber es hat versteckte innere Qualitäten, die so bislang kein Forschungslaufband der Welt aufweist. Man könnte es regelrecht als Sensibelchen bezeichnen, denn unter seiner schwarzen Gummimatte verbergen sich unzählige Sensoren, die feinste Kräfte erspüren können. "Es kann die Auftrittskraft sowohl für Vorwärts- als auch für Seitwärtsbewegungen messen und zwar unabhängig davon, ob der betreffende Läufer rennt oder geht", beschreibt Dr. André Seyfarth die Fähigkeiten des neuen Arbeitsgerätes. "Bisher", so der Leiter der Nachwuchsgruppe "Lauflabor" von der Uni Jena, "konnten Laufbänder entweder nur Geh- oder nur die Hüpfbewegungen, die wir beim Rennen eigentlich ausführen, erfassen." Da Seyfarths Team jedoch den Gangartwechsel beim Menschen erforscht, genügten die gängigen Messlaufbänder den Ansprüchen der Bewegungsforscher nicht. Gemeinsam mit einer Spezialfirma in Frankreich wurde daher ein neuer Laufbandtyp entwickelt.

"Entsprechend unseren Anforderungen hat die Firma TECMACHINE einen komplett neuen Laufbandtyp entwickelt und konstruiert und dabei unsere Erwartungen sogar noch übertroffen", berichtet Seyfarth. Die Mitarbeiter seiner von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Emmy-Noether-Gruppe sind nun die Ersten, die an dem Laufbandunikat arbeiten. "Ein großes Problem war bisher die Reibung", berichtet der Wissenschaftler der Uni Jena. "Um beim Erfassen von Bewegungsmustern Reibungsverluste herausrechnen zu können, wurde das gesamte Laufband nochmals auf eine zweite Ebene von Sensoren gelagert", nennt Seyfarth eine Spezialität des Jenaer Gerätes.


Es hat sich bereits in ersten Versuchsreihen bewährt. Gemeinsam mit Sportwissenschaftlern um Prof. Dr. Reinhard Blickhan wurde auf dem neuen Laufband das Gehen von Personen mit einem Stein im Schuh erfasst. "Ziel der Experimente war zu verstehen, wie sich das Laufmuster bei Verletzungen ändert" erklärt Seyfarth. Solche Erkenntnisse können später bei der Analyse von Laufstörungen herangezogen werden.

Ende des Jahres wird ein ebenfalls neu entwickeltes Entlastungssystem installiert, welches das Gewicht von Probanden tragen hilft. Damit sollen in Zukunft neue Laufbandtherapien entwickelt werden, die speziell auf die Bedürfnisse von Patienten mit Verletzungen oder Lähmungen zugeschnitten werden können. So müssen sie beim Wiedererlernen der Laufbewegung nicht ihr eigenes Gewicht tragen.

Kontakt:

Dr. André Seyfarth
Nachwuchsforschergruppe "Lauflabor"
Dornburgerstr. 23, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945730
E-Mail: oas@uni-jena.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/Lauflabor.html
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Lauflabor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie