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Zahnschmerzen vor allem in der Backe - Ältere weniger schmerzempfindlich

04.11.2004


Besonders angegriffene Backenzähne sind Verursacher von Zahnschmerzen. Bei den Patienten eines zahnärztlichen Notdienstes in Köln ist allein Zahn Nummer 46 in gut zehn Prozent der Fälle der Schuldige. Dieser sechste Zahn im rechten Unterkiefer, von vorne ab gezählt, ist damit allein für fast so viele Notbesuche beim Zahnarzt verantwortlich wie alle Schneide- und Eckzähne zusammen (zwölf Prozent). Es rächt sich also qualvoll, bei der Zahnpflege den hinteren Kieferbereich zu vernachlässigen. Das ist eine Lehre, die aus der Untersuchung von Dr. Kivanç Tunca vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität zu Köln gezogen werden kann.



Wird gefragt, als wie schwer sie ihre Schmerzen empfinden, entpuppen sich ältere gegenüber jüngeren Leidenden als abgeklärter. Erheblich weniger beurteilen ihr Zahnweh als "stark". Als "sehr stark" ordnet kein einziger Patient, der älter als 55 Jahre ist seine Schmerzen ein, während dies etwa bei den Frauen zwischen 18 und 44 Jahren ein Viertel tun, bei den Männern dieser Altersgruppe sind es 14 Prozent. Wahrscheinlich führt die gesammelte Lebens- und Leidenserfahrung älterer Patienten, die schon viele Beschwerden kennengelernt haben, zu einer milderen Beurteilung ihrer Schmerzen.

Bei der Beziehung zwischen Mundhygiene und sozialer Schichtzugehörigkeit zeigt sich die Tendenz, daß die Mundpflege mit steigendem sozialen Herkunftsmilieu ernster genommen wird. Bei Vertretern der Unterschicht ist der Hygienezustand im Mundraum, festgestellt am Gebißzustand und am Ausmaß von Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen, "mäßig bis verbesserungsbedürftig", in der Oberschicht "mäßig bis gut". Vertreter der Unterschicht sind gegenüber solchen der Oberschicht in der Stichprobe der Notfallpatienten stärker vertreten, als es den Verteilungen in der Normalbevölkerung entspricht. Ein Grund hierfür liegt darin, daß diese Patienten regelmäßige zahnärztliche Kontrollen seltener nutzen. Außerdem lassen sie, bis sie sich zum Besuch des Notdienstes durchringen, knapp zwei Tage mehr verstreichen. Für diese Befunde könnte aber neben einer lascheren Einstellung auch Hemmungen aufgrund finanzieller Überlegungen ausschlaggebend sein, so Dr. Tunca. Verantwortlich: Volker Weinl


Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Michael Noack unter der Telefonnummer 0221/478-4710, der Fax-Nummer 0221/478-6405 und unter der Email-Adresse michael.noack@medizin.uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

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