Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rheuma: Gezielter Schlag gegen das Immunsystem bringt Besserung

04.11.2004


Rheumatoide Arthritis - die Fingergrundgelenke sind deutlich geschwollen, an einigen Fingern finden sich Rheumaknoten. Beidseits sind die kleinen Finger deformiert. Foto: Stefan Kleinert


Rheuma als Themenschwerpunkt in der neuen Ausgabe der Würzburger Uni-Zeitschrift

... mehr zu:
»Arthritis »Immunsystem »Rheuma

Rheuma - bei dieser Krankheit greift das Immunsystem den eigenen Körper an. Im Falle einer Arthritis werden überwiegend die Gelenke attackiert, Entzündungen und Schmerzen sind die Folgen. Gegen dieses Leiden wenden Mediziner von der Uni Würzburg eine neuartige Therapie an.

Die Patienten bekommen Infusionen mit dem so genannten anti-CD20-Antikörper. Der bewirkt, dass fast alle B-Zellen des Immunsystems zerstört werden. Nach sechs bis acht Wochen bessert sich die Krankheit deutlich, es sind weniger Gelenke entzündet, die Schmerzen hören auf.


"Diese Methode schlägt bei 60 bis 70 Prozent der Patienten an", sagt Professor Hans-Peter Tony von der Medizinischen Poliklinik, Sprecher des Rheumazentrums Würzburg/Bad Brückenau. Zudem sei die Verträglichkeit sehr gut. Nach der Behandlung bleiben die Patienten bis zu neun Monate lang von der Arthritis unbehelligt. Dann lässt die Wirkung nach, die Antikörper müssen erneut verabreicht werden. "Einige Patienten haben wir schon drei Mal hintereinander auf diese Weise behandelt", erzählt Tony. Länger dauernde Erfahrungen gebe es bislang nicht.

B-Zell-Depletion, so heißt die innovative Methode. Die Würzburger Mediziner waren 1999 weltweit unter den ersten, die den anti-CD20-Antikörper gegen die rheumatoide Arthritis einsetzten. Auch heute gibt es diese Antikörper-Therapie erst in wenigen Zentren. "Doch deren Zahl wird zunehmen", ist sich Tony sicher.

Zwar bringen auch andere Therapieformen gute Ergebnisse, doch haben sie den Nachteil, dass die Patienten ständig Medikamente nehmen müssen. "Dagegen geht es bei der B-Zell-Depletion darum, die Krankheit längerfristig zu kontrollieren", so Tony. Der Würzburger Mediziner sieht da gute Perspektiven: Möglicherweise lässt sich die Wirksamkeit der Behandlung immer mehr verlängern. Auch eine Kombination mit anderen Therapien könnte weitere Verbesserungen bringen.

Das Rheumazentrum Würzburg/Bad Brückenau steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe von BLICK, der Zeitschrift der Uni Würzburg. Das Heft macht deutlich, dass Rheuma weit mehr bedeutet als "nur" Gelenkschmerzen. Die Attacken des Immunsystems können sich auch gegen Haut, Gehirn, Herz und andere Organe richten - und das nicht nur bei Erwachsenen, sondern bereits bei Kindern.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/blick/042.html

Weitere Berichte zu: Arthritis Immunsystem Rheuma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie