Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genmutationen verursachen Entstehung von Parkinson

27.10.2004


USA: jährlich 50.000 Neuerkrankungen



Ein internationales Forscherteam unter der Führung von Wissenschaftlern vom National Institute on Aging (NIA) hat ein Gen entdeckt, das in einigen Familien die Parkinson-Krankheit verursacht, wenn es mutiert. Obwohl Parkinson normalerweise nicht vererbt wird, kann die Entdeckung des Gens dabei helfen, neue Forschungsansätze zu entwickeln, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder zu verzögern. Grundsätzlich haben in der Forschung immer wieder seltene familiäre Formen einer Krankheit zu großen Einblicken in die Pathogenese von verbreiteten Arten geführt.

... mehr zu:
»Gen »Genmutation »Mutation »Parkinson »Tremor


"Parkinson hat einen verheerenden Einfluss auf Individuen", so Elias A. Zerhouni, Direktor der National Institutes of Health (NIH). "Diese Erkenntnis liefert den Wissenschaftlern neue Informationen über genetische Mutationen, die der Krankheit zu Grunde liegen, und Verständnis über molekulare Mechanismen." Letztendlich werde diese Forschungsarbeit bei der Entwicklung zielgerichteter Eingriffe helfen, die den Verlauf der Krankheit ändern.

Das Gen, PARK8, kodiert ein Protein, das die Wissenschaftler Dardarin genannt haben, nach dem baskischen Wort "dardara" für Tremor, einem Hauptsymptom der Parkinson-Krankheit. Das Protein wurde bei fünf Familien mit einer Geschichte von Parkinson auf Chromosom 12 isoliert. Besagte fünf Familien stammen aus dem Baskenland in Spanien und England. Zunächst identifizierten die Forscher eine kleine Region auf Chromosom 12, die alle baskischen Familien aufwiesen. Dann untersuchten sie systematisch jedes Gen in dieser Region auf Mutationen. So entdeckten sie zwei Mutationen auf demselben Gen, eines in Verbindung mit der Krankheit bei den baskischen Familien, eines in Verbindung mit der Krankheit bei der englischen Familie.

"Die Entdeckung dieses Clusters baskischer Familien mit Parkinson hat uns geholfen, die genetische Region einzuengen, an der wir interessiert waren", so die Forscher. Nun können sie darangehen, mithilfe dieser Informationen einander beeinflussende Gene zu isolieren und deren Wichtigkeit in genetisch unterschiedlicheren Kulturen festzustellen. Andere Gruppen arbeiten an der Isolierung zusätzlicher Gene, die an der Krankheit beteiligt sind.

Jedes Jahr erkranken 50.000 US-Amerikaner an Parkinson. Die Krankheit tritt auf, wenn bestimmte Nervenzellen sterben oder beeinträchtigt werden und kein Dopamin mehr produzieren können. Ohne diesen Stoff entwickeln die Betroffenen Tremor oder Zittern der Hände, Arme, Beine, des Kiefers und des Gesichts. Weiters treten häufig Starrheit oder Steifheit der Glieder und des Rumpfes auf, sowie Bewegungsverlangsamung und beeinträchtigte Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeiten. Die Krankheit ist sowohl chronisch als auch fortschreitend. Parkinson wird normalerweise nicht vererbt, aber die Häufigkeit für das Auftreten steigt mit dem Alter, mit einem Ausbruch im durchschnittlichen Alter von 60 Jahren.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nia.nih.gov/
http://www.nih.gov/

Weitere Berichte zu: Gen Genmutation Mutation Parkinson Tremor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie