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Antidepressivum verändert Verhalten von neugeborenen Mäusen

27.10.2004


Tiere können schlechter mit neuen Situationen umgehen



Mäuse, denen früh in ihrem Leben Prozac verabreicht wurde, entwickeln sich später zu erwachsenen Tieren mit emotionalen Problemen. Derzeit ist nicht erforscht, ob das Antidepressivum beim Menschen ähnliche Wirkungen hat. Die Ergebnisse werden jedoch laut NewScientist zur Debatte über die Gefahren von Prozac und anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) für Kinder und Ungeborene beitragen. Der leitende Wissenschafter Jay Gingrich von der Columbia University argumentiert, dass diese Medikamente bei entsprechender Indikation eingenommen werden sollten. Es sei jedoch alarmierend, dass sie Risiken mit sich bringen können, die erst sehr viel später sichtbar würden. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science veröffentlicht.

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Die Forscher begannen vier Tage nach der Geburt Mäusen Prozac zu injizieren und setzten die Behandlung bis zum 21. Tag fort. Neun Wochen nach der letzten Injektion wurde mit den erwachsenen Tieren eine Reihe von Verhaltenstests zu Angst und Aggression durchgeführt. Es zeigte sich, dass Mäuse, die das Medikament erhalten hatten, von neuen Umgebungen eingeschüchterter waren und sich langsamer bewegten, um schmerzhaften Schocks zu entgehen. Laut Gingrich sind diese Tiere in neuen Situationen gehemmter. Auf den Menschen ungelegt, zeigten die Mäuse Anzeichen von Angst und Depression oder von emotionalen Problemen.

Gingrichs Forschungen legen nahe, dass sogar die vorübergehende Behandlung mit Prozac und potenziell mit anderen SSRIs zu dauerhaften, paradoxen Veränderungen führen kann. Obwohl das Medikament bei erwachsenen Tieren gegen Depressionen wirkt, scheint es bei Mäusen, die ihm als Neugeborene ausgesetzt waren, Depressionssymptome auszulösen. Es sei daher davon auszugehen, dass das unreife Nervensystem völlig anders auf das Medikament reagiere. Auch mit diesen Erkenntnissen bleibe es schwer zu entscheiden, ob Schwangere mit Depressionen derartige Medikamente einnehmen sollten. Depressionen ihrerseits bedeuteten laut Gingrich wieder ganz eigene Risiken für Mutter und Kind.

Michaela Monschein | pressetext austria
Weitere Informationen:
http://www.columbia.edu
http://www.sciencemag.org

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