Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nebennierenkrebs: Nachsorge allzu oft vernachlässigt

26.10.2004


Die Betreuung von Patienten mit Nebennierenkarzinomen ist verbesserungsbedürftig. Um auf diesem Gebiet Fortschritte zu erzielen, haben das Tumorzentrum und die Medizinische Klinik der Uni Würzburg gemeinsam ein bundesweites Register zur Erfassung dieser Tumoren eingerichtet. Die Deutsche Krebshilfe (Bonn) fördert das Projekt.


Das Nebennierenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der bevorzugt bei jungen Erwachsenen, oft auch bei Kindern auftritt. Die Genesungschancen stehen häufig schlecht. Da die Krankheit recht selten ist - auf eine Million Einwohner kommen ein bis zwei Fälle pro Jahr - sind sich die behandelnden Ärzte oft unsicher darüber, wie die korrekte Diagnostik und die optimale Therapie durchzuführen sind. Zudem gebe es bisher keine einzige wissenschaftlich fundierte Behandlungsstudie für diese Erkrankung, sagt Professor Bruno Allolio von der Würzburger Medizinischen Uniklinik.

Allolios Arbeitsgruppe erforscht seit Jahren Erkrankungen der Nebennieren. Die besonderen Erfahrungen der Würzburger Mediziner sollen nun Patienten mit Nebennierenkarzinomen verstärkt zu Gute kommen: Durch die Förderung, welche die Deutsche Krebshilfe dem Register bewilligt hat, kann dessen Arbeit intensiviert werden. Erstmals ist es möglich, die Patienten in größerer Zahl und längerfristig systematisch zu erfassen.


"Schon die ersten Auswertungen zeigen, dass es häufig Mängel bei der voroperativen Diagnostik und bei der Nachsorge gibt", so Professor Allolio. Viel-fach werde den Patienten nach der ersten erfolgreichen Operation der Eindruck vermittelt, dass die Erkrankung sicher geheilt sei. Auf eine konsequente Nachsorge werde dann oft verzichtet. "Aber die meisten Patienten erleiden einen Rückfall, und darum ist eine engmaschige Nachsorge notwendig, um beim erneuten Auftreten der Erkrankung frühzeitig chirurgisch eingreifen zu können."

Außerdem können Patienten, bei denen sich die Krebserkrankung schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, jetzt erstmals an einer internationalen Therapiestudie teilnehmen, der so genannten FIRM-ACT-Studie. Sie wird für ganz Deutschland von der Uni Würzburg aus koordiniert.

Das Nebennierenkarzinom-Register ist Teil einer europäischen Initiative mit dem Ziel, Fortschritte bei dieser schwierigen Erkrankung zu erzielen. Die Deutsche Krebshilfe finanziert für zwei Jahre eine Arztstelle und eine Teilzeitdokumentarin. Das wird es laut Allolio nicht nur erlauben, die Patientenversorgung zu verbessern. Zusätzlich werde man versuchen, durch ergänzende molekulare Analysen die Entstehung und Entwicklung dieser Erkrankung besser zu verstehen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Bruno Allolio, T (0931) 201-36788, Fax (0931) 201-36283, E-Mail: b.allolio@medizin.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.nebennierenkarzinom.de/

Weitere Berichte zu: Krebshilfe Nebennierenkarzinom Nebennierenkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau