Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kein Risiko durch Roggen - Mühlen minimieren Mutterkorn-Gefahr

19.10.2004


Roggenmehle gesundheitlich unbedenklich und ernährungswissenschaftlich empfehlenswert

Deutsches Roggenmehl stellt kein gesundheitliches Risiko für die Bevölkerung dar. Darauf weist der Verband Deutscher Mühlen e.V. (VDM) in Bonn hin. Schon immer gehörte es zu den Hauptaufgaben verantwortungsvoller Getreidemühlen, möglicherweise mit Mutterkorn belastete Getreidepartien zu erkennen und sicher von der Verarbeitung auszuschließen. Die Mühlen nutzen hierzu alle verfügbaren technischen Möglichkeiten. Dazu wird in den deutschen Mühlen ein umfangreiches Qualitäts- und Hygienemanagement durchgeführt, das ausgeklügelte und effektive Reinigungsmaßnahmen umfasst. Zudem wird durch vertragliche Vereinbarungen mit Landwirtschaft und Landhandel bereits die Anlieferung von Getreide mit überhöhtem Mutterkornanteil ausgeschlossen.

Erste Untersuchungsergebnisse an Roggen und Roggenmehlen der diesjährigen Ernte haben gezeigt, dass die Mutterkorngehalte auf einem so niedrigen Niveau liegen, dass gesundheitliche Gefährdungen praktisch auszuschließen sind. Das gilt auch für Risikogruppen wie Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder.

Die Mühlenwirtschaft ist sich der Mutterkorn-Problematik durchaus bewusst. Sie hat sich daher in den letzten Jahren kontinuierlich und verstärkt darum bemüht, durch optimierte Reinigungsverfahren und den Einsatz modernster Technologien die auf dem Feld gewachsene Mutterkornbelastung weitestgehend zu minimieren. Allerdings haben die extreme Trockenheit und Hitze des Sommers 2003 mit ihrer großen Bandbreite im Befall besonders hohe Anforderungen gestellt. Die Abtrennung von Mutterkörnern mit physikalischen Methoden war insbesondere bei Partien mit sehr vielen zerbrochenen Körnern schwierig. So erscheint es auch erklärlich, dass trotz größtmöglicher Sorgfalt jetzt über teilweise leicht erhöhte Analysenwerte in Roggenmehlen aus der Ernte 2003 berichtet wird. Allerdings kommen Produkte aus Roggenpartien mit deutlich überhöhten Mutterkornanteilen entsprechend einer Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung in der Regel gar nicht erst in den Verkehr. Bei Getreide der diesjährigen Ernte ist nicht mit Mutterkornproblemen zu rechnen, wie erste Ergebnisse der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen ihrer Besonderen Ernteermittlung zeigen, für die bundesweit repräsentative Proben untersucht werden.

Es gibt daher es aus Sicht von Mühlen und Backgewerbe keine Veranlassung, die Verzehrsgewohnheiten zu ändern. Im Gegenteil ist es aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zu empfehlen, Roggenprodukten einen hohen Stellenwert in der täglichen Ernährung einzuräumen. Denn Roggen ist das Getreide mit dem höchsten Gehalt an verdauungsfördernden Ballast- und bioaktiven Inhaltsstoffen, weshalb Ernährungsexperten beim Griff in den Brotkorb zu roggen- und vollkornhaltigen Sorten raten. Zudem kann der Verbraucher damit Gesundheit und Geschmack verbinden, denn Roggen trägt entscheidend zur Vielfalt und Qualität unseres weltweit einmaligen Brot- und Backwarenangebots bei.

Manfred Weizbauer | VDM
Weitere Informationen:
http://www.muehlen.org

Weitere Berichte zu: Ernährung Getreide

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics