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Impfstoffe werden in trockenem Zustand lagerbar

19.10.2004


Stable Liquid soll Impfprogramme revolutionieren



Ein neues Verfahren, das auf den Prinzipien der so genannten Anhydrobiose beruht, könnte die Impfprogramme weltweit revolutionieren. Die Anhydrobiose erlaubt es, Zellen in einem trockenen Zustand haltbar zu machen. Mit diesem Einsatz dieses von Cambridge Biostability entwickelten Verfahrens soll die tiefgekühlte Aufbewahrung von Impfstoffen überflüssig werden. Die Anhydrobiose erlaubt es Organismen ausgetrocknet zu überleben, indem der Wasseranteil durch eine Zuckerlösung ersetzt wird, die die Zellen in einem Stadium von Suspended Animation hält, bis es zu einer Rehydration kommt. Durch dieses Verfahren entsteht ein trockener Impfstoff, der bei der Injektion in den Körper reaktiviert wird. Öffentliche Stellen haben dem Unternehmen laut BBC rund 1,4 Mio. Euro für die Vorbereitung entsprechender Versuchsprogramme zur Verfügung gestellt.

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Der leitende Wissenschafter Bruce Roser erklärte, dass das Stable-Liquid-Verfahren über das Potenzial verfüge, die bestehenden Impfprogramme zu revolutionieren. Funktioniert das Verfahren so wie es die Forscher erwarten, wird die Zugänglichkeit zu Impfstoffen weltweit entscheidend verbessert. Cambridge Biostability hat Panacea Biotec in Neu Delhi beauftragt, innerhalb von drei Jahren einen fünfwertigen Impfstoff zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen Impfstoff gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Hib und Hepatitis B. Das Biotechnologie-Unternehmen hat fünf Jahre daran gearbeitet, die Anhydrobiose entsprechend zu adaptieren. Derzeit werden Impfstoffe gegen Hepatitis B und Meningitis vorbereitet.

Noch müssen Impfstoffe unter Aufrechterhaltung der Kühlkette gelagert werden. Eine Anforderung, die in manchen Regionen der Welt nur schwer zu gewährleisten ist. Es wird geschätzt, dass jährlich rund die Hälfte der Impfstoffe aufgrund von Verunreinigung oder Kontakt mit extremen Temperaturen unbrauchbar wird. Die Kosten für die gekühlte Lagerung, mehr als 200 Mio. Euro, würden den Impfstoffen für zehn Mio. Kinder entsprechen. Zwei Mio. Kinder sterben jährlich aufgrund von Krankheiten, die durch Impfungen verhindert werden könnten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.biostability.com

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