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Forderung nach flächendeckender Frühdefibrillation

15.10.2004


Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe kritisierte anlässlich des Kardiologen-Kongresses in Hamburg das unzureichende Rettungssystem in Deutschland


Die unbefriedigende Situation innerhalb des deutschen Rettungssystems kritisierte Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe (Herne) während der 28. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der 15. Jahrestagung der Arbeitsgruppen Herzschrittmacher und Arrythmie. Er forderte daher weitere Modellprojekte zum Thema Frühdefibrillation (Elektroschocktherapie) mittels halbautomatischer Defibrillatoren. Dadurch könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden. Bis zum Eintreffen von professionellen Helfern vergingen leider oft wertvolle Minuten, die jedoch darüber entschieden, ob ein Mensch überlebe oder nicht. Trappe berichtete über drei Modellprojekte, die in den vergangenen Monaten gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Deutschen Herzstiftung und der Ruhr-Universität Bochum in Herne (Lago-Therme), Frankfurt (Flughafen) und Düsseldorf (Landtag) gestartet wurden. Alle Projekte sollen nachher wissenschaftlich ausgewertet werden. Trappe bezeichnete das Konzept der Frühdefibrillation als "eines der wichtigsten Vorhaben der modernen Kardiologie zur Verhinderung plötzlicher Todesfälle".

In Deutschland sterben pro Jahr etwa 100 000 Menschen an plötzlichem Herztod, der zu den häufigsten Todesursachen der westlichen Welt gehört. Meist liegt die Ursache in tachykarden Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien oder Kammerflimmern). Während die Therapie maligner Rhythmusstörungen durch Notärzte und Elektroschocktherapie durch Defibrillation seit vielen Jahren fester Bestandteil therapeutischer Maßnahmen ist, hat sich nach Auffassung Trappes die Frühdefibrillation mittels halbautomatischer Defibrillatoren durch ausgebildete Ersthelfer immer noch nicht genügend durchgesetzt. Einige sähen sie immer noch als Experiment oder unausgegorenes Konzept an. "Erste Studienergebnisse aus Europa und den USA", erläuterte er, "zeigen jedoch eindrucksvoll, dass die Frühdefibrillation nicht nur sinnvoll ist, sondern auch sicher und zuverlässig angewendet werden kann." Die Ausbreitung der Frühdefibrillation in Deutschland sei ein viel versprechendes Konzept, das gezielt flächendeckend etabliert werden sollte.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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