Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Forschungsansätze im Kampf gegen Prostatakrebs

15.10.2004


Konferenz des Deutschen Prostatakarzinom-Konsortiums auf dem Petersberg

... mehr zu:
»DPPK »Gen

Welche genetischen Voraussetzungen erhöhen das Risiko, an Krebs der Vorsteherdrüse zu erkranken? Welche molekularen Veränderungen begleiten Entstehung und Ausbreitung dieses Tumors? Welche krebsfördernden Gene sind aktiviert, welche tumorhemmenden ausgeschaltet?

Diesen und anderen Fragen versuchen die Mitglieder des Deutschen Prostatakarzinom-Konsortiums (DPPK) - ein interdisziplinärer Verbund von Wissenschaftlern aus den Bereichen Urologie, Pathologie, klinischer Chemie, Genetik und Grundlagenforschungseinrichtungen (Deutsches Krebsforschungszentrum, Max-Planck-Institut) sowie Patientenvertretern - gemeinsam auf den Grund zu gehen.


Das Prostatakarzinom, das zu den häufigsten Krebsarten bei Männern zählt, zeichnet sich durch eine große Variabilität seines klinischen Verhaltens aus. Bis heute ist völlig unklar, warum sich vergleichbare Karzinome bei einer Gruppe von Patienten nur langsam ausbreiten, bei anderen aber fortschreiten und Metastasen entwickeln. Bei der Petersberg-Konferenz des DPPK e.V. standen daher nicht nur Vorträge über den bisherigen Wissensstand (so wird vermutet, dass schon kleine Strukturabweichungen, in für den Hormonstoffwechsel und die Reparatur der körpereigenen DNS verantwortlichen Genen, das Krebsrisiko erhöhen können), sondern vor allem neue Perspektiven der Forschung im Vordergrund. Sie betreffen die Suche nach prädisponierenden Genen für diese Tumorerkrankungen, eine bessere molekulare Charakterisierung verschiedener Stadien der Tumorentwicklung, der Mechanismen, mit denen sich Tumoren der Abhängigkeit von männlichen Sexualhormonen entziehen können sowie die Identifizierung Gen-unabhängiger molekularer Veränderungen bei der Tumorentstehung.

Diese und andere Themen werden bereits vom interdisziplinären Kreis des DPKK e. V. bearbeitet. Sie könnten in Zukunft Bezüge zu neuen Markern herstellen, welche den Verlauf des Tumorleidens für den einzelnen Patienten besser vorhersehen lassen und die Chance für neue Behandlungsstrategien eröffnen. Schon die ersten wichtigen Schritte auf dem langen Weg dorthin, darin waren sich die Teilnehmer der Petersberger Konferenz einig, sind nur in einem breit angelegten Verbund wie dem DPPK möglich. Sie bestehen in einer konsequenten Standardisierung des Untersuchungsguts, das heißt der bei den Patienten erhobenen Daten zu Diagnose, Verlauf und Therapie sowie der eingesetzten komplexen molekularen Untersuchungsmethoden. Nur so werden die durch verschiedene Gruppen in gemeinsamer Anstrengung erzielten Ergebnisse überhaupt vergleichbar und damit auswertbar.

"Unser Verbund aus vielen Fachdisziplinen, die versuchen, in einem gemeinsamen und koordinierten Ansatz verschiedene Aspekte des Prostatakarzinoms mit dem Ziel der klinischen Anwendung am Patienten zu erforschen, ist in Deutschland einmalig. Wenn es gelingt, selbst auferlegte stringente Standardisierungs-Strategien zu verwirklichen, wäre ein erstes wichtiges Ziel erreicht und Grund zu vorsichtigem Optimismus für die weitere Erforschung dieses wichtigen Tumors. Erste Schritte in diese Richtung wie die Etablierung einer Gewebebank an einigen Zentren für die gemeinsamen Untersuchungen sind bereits getan", sagte der diesjährige Organisator und 2. Vorsitzende des Konsortiums, Professor Dr. Nicolas Wernert, Pathologe von der Universität Bonn.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. med. Nicolas Wernert
Tel.: 0228 - 287-5371
nicolas.wernert@ukb.uni-bonn.de

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dpkk.de

Weitere Berichte zu: DPPK Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise