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Haben Brille und Kontaktlinse bald ausgedient?

15.10.2004


Linsen-Implantate und neueste Präzisions-Laser führen in der Behandlung von Fehlsichtigkeit zu immer besseren Ergebnissen



Neue Methoden in der Behandlung von starker Fehlsichtigkeit sind weltweit auf dem Vormarsch. Statt auf konventionelle Sehhilfen wie Brille und Kontaktlinse setzen immer mehr Menschen auf chirurgische Eingriffe. Besonders beliebt: Laser-Behandlungen. Allein in Deutschland lassen sich jedes Jahr rund 80.000 Patienten erfolgreich per Laser behandeln. Mit steigender Tendenz. In den meisten Fällen wird dabei das LASIK-Verfahren angewendet. Der Grund: Es zeichnet sich durch hohe Sicherheit, Effektivität, Stabilität, Vorhersehbarkeit und geringer Komplikationsrate aus.

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Noch bessere Ergebnisse können seit neuestem an der Klinik für Augenheilkunde der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität erzielt werden. Als eine der führenden Augen-Kliniken in Deutschland investierten die Frankfurter rund 500.000 Euro für einen hochwertigen Präzisions-Laser der neuesten Generation. "Mit dem so genannten Zyoptix der Firma Bausch & Lomb sind wir auf dem höchsten Stand des derzeit technisch Machbaren - und können mit den finanziell besser ausgestatteten Privatkliniken mehr als mithalten", erklärt Professor Dr. med. Roland Kaufmann, Ärztlicher Direktor der Frankfurter Uniklinik.

Führend in der LASIK-Behandlung: die Augenklinik der Frankfurter Universität

Wie Professor Dr. med. Thomas Kohnen, Oberarzt an der Klinik für Augenheilkunde an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, erklärt, komme die Anschaffung vor allem den Patienten zugute. Denn mit Hilfe des Lasers sei es möglich, die ohnehin schon geringe Komplikationsrate bei LASIK-Eingriffen auf ein Minimum zu reduzieren. Vereinzelte Klagen von Patienten, die im Anschluss an den Eingriff über herabgesetzte Dämmerungsschärfe oder störende optische Phänomene klagten, sollen künftig der Vergangenheit angehören. Mit der Investition in die neueste Technologie habe die Frankfurter Uniklinik ihre führende Rolle in der LASIK-Behandlung wieder einmal unter Beweis gestellt, so Professor Kaufmann.

Modernste Laser-Technologie im Einsatz

Die Stärke des neuen Zyoptik-Lasersystems liegt in erster Linie in seiner Genauigkeit. Es erlaubt wesentlich präzisere Messungen und Korrekturen der Fehlsichtigkeit, so dass sämtliche Abbildungsfehler des Auges (Aberrometer) erfasst und korrigiert werden können. Das zu dem System gehörende Aberrometer misst selektiv die Brechkraft des Auges an über 50 Punkten. Diese Daten werden zusammen mit denen der Hornhauttopographie in den Computer des Lasergerätes eingelesen und dienen als Grundlage für die Behandlung.

Eine weitere Besonderheit: Das neue System erlaubt so genannte individualisierte Laserbehandlungen der Hornhaut. Verantwortlich dafür ist eine spezielle Software, die die Daten des Hornhauttopographen (Orbscan II) und des Wellenfront-Aberrometers (Zyware) miteinander kombiniert und auf diese Weise ein individuelles Abtragsprofil generiert. Darüber hinaus verfügt das Universitätsklinikum über einen zusätzlichen Laser (Schwind ESIRIS), der eine weitere Optimierung der Behandlung bewirkt (optimized refractive keratectomy). Hierbei werden mit Hilfe eines Hornhaut-Topographie-Systems oder eines Aberrometers maßgeschneiderte Abtragsmuster entworfen, die von dem Laser abgetragen werden. "Durch diese Behandlungsmöglichkeit könne die Sehqualität insbesondere bei Patienten verbessert werden, die sich bereits einer refraktiven Behandlung unterzogen haben und über eine reduzierte Sehqualität klagen", so Kohnen.

Überzeugende Ergebnisse mit elastischen Linsen-Implantaten

Neben den Laserverfahren bietet die Implantation von intraokularen Linsen eine weitere Möglichkeit, die starke Fehlsichtigkeit von Patienten zu korrigieren. Wie Professor Kohnen erklärt, zeige dieses ebenso schonende wie nachhaltige Verfahren bei Patienten mit einer hohen Kurzsichtigkeit (ab ca. -6 dpt) besonders gute Ergebnisse. Derzeit führt die Universität Frankfurt verschiedene Studien über neuartige, besonders elastische Intraokularlinsen durch. Hierbei handelt es sich um Vorderkammerlinsen, die zwischen der Hornhaut und der Iris sitzen.

Der Vorteil: "Durch das neue, hochelastische Material der Linse ist nur noch ein kleiner Schnitt von ca. 3 Millimetern für die Implantation notwendig", so Kohnen. Dadurch müsse dieser nicht mehr mit einer Naht verschlossen werden. Die Folge ist, dass ein durch die Naht erzeugter Astigmatismus nicht mehr festgestellt werden kann und das postoperative Ergebnis wesentlich schneller eintritt. Nach Angaben Kohnens zeigten erste Implantationen überaus überzeugende Ergebnisse. Ziel der Studien ist es, die Vorteile der elastischen Linse gegenüber bisher auf dem Markt erhältlichen wissenschaftlich zu belegen.

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
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