Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualitätskontrollen für medizinische Ultraschallgeräte in der Diagnostik empfohlen

13.10.2004


Gemeinsam haben die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (DGBMT), die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) und die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) grundlegende Aspekte zur sicheren Anwendung von Ultraschall in der medizinischen Diagnostik formuliert.

Nach anerkannter Expertenmeinung kann Ultraschall diagnostisch grundsätzlich gefahrlos angewandt werden, wenn das Ultraschallfeld weder in der Lage ist, im Körpergewebe eine bedenkliche Temperaturerhöhung zu bewirken noch eine sogenannte Kavitation hervorzurufen. Bei dem physikalisch-chemischen Phänomen der Kavitation entstehen in dem beschallten Gewebe u.a. freie Radikale, die eine Gewebsschädigung wahrscheinlich erscheinen lassen.

Bei der Mehrzahl der deutschlandweit rund 40.000 installierten Ultraschallgeräte in der medizinischen Diagnostik sei eine derartige Gefährdung unwahrscheinlich. Mit den in der Diagnostik verwendeten Schallintensitäten, so die Experten, seien Nebenwirkungen bei Ultraschalluntersuchungen bislang nicht beobachtet und im Allgemeinen auch nicht zu erwarten. Gleichzeitig wird die enorme Bedeutung der Ultraschalluntersuchung etwa zur Tumorerkennung betont.

Allerdings müssten, so die Experten der drei medizinischen Fachgesellschaften, Untersuchungen mit Kontrastmitteln, die als Echoverstärker eingesetzt werden, und einige Untersuchungen mittels sogenannter Duplexsonographie gesondert betrachtet werden.

Für den verantwortungsvollen Umgang mit der Sicherheit des Patienten sollte beim Anwender das Verständnis geweckt werden, dass bestimmte bio-physikalische Schwellenwerte nicht überschritten werden dürfen, wenn eine Gefährdung ausgeschlossen sein soll. So sollte bei der Ausbildung der Ärzte u.a. auch vermittelt werden, dass bei der Abschätzung des Gefährdungspotentials vornehmlich die Höhe des Schallpegels entscheidend ist und eine verkürzte Anwendungszeit nicht ein entsprechend geringeres Gefährdungspotential bedingt - anders als beim Einsatz ionisierender Strahlen wie dem Röntgen.

Erheblichen Nachbesserungsbedarf sehen die Experten der drei Fachgesellschaften bei der Qualitätssicherung und routinemäßigen Überprüfung der in Gebrauch befindlichen Geräte - nicht nur, um eine Gefährdung der Patienten auszuschließen, sondern vielmehr um auch die Zuverlässigkeit der Diagnose sicher zu stellen. In diesem Punkt seien zum einen die Hersteller gefordert - etwa mit der Bereitstellung von integrierten Testprogrammen -, aber auch die Grundlagenforschung mit detaillierten Untersuchungen über Prüfverfahren und Grenzwerte.

Bei der Neuanschaffung von Ultraschallgeräten zur medizinischen Diagnostik empfehlen die Experten eine Orientierung an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zudem sollte die Spezifikation der Geräte eine Zuordnung zu den Gefährdungsklassen Klassen A und B ermöglichen - je nach dem, ob eine Gefährdung durch Überhitzung des Gewebes und Kavitation vorliegt (Klasse B) oder ausgeschlossen werden kann (Klasse A). Der anwendende Arzt könnte dann fallbasiert und in Abhängigkeit vom diagnostischen Nutzen entscheiden, welche Klasse er anwendet - wobei die Mehrzahl der heutigen Geräte in Klasse A fällt.

Ursula Gluske-Tibud | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Kavitation Ultraschall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften