Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das stille Leid - Schmerzen bei behinderten Kindern

08.10.2004


Forschung und Verbreitung von Messinstrumenten ungenügend

Schmerzen bei behinderten Kindern stellen Eltern und Ärzte oft vor ein Rätsel: Was bedeutet es, wenn das Kind schreit und sich verkrampft? Woran leidet es, wie kann man ihm helfen? "Zu Schmerzen bei behinderten Kindern, deren Entstehung und Verarbeitung sowie zur Therapie gibt es zu wenig Forschung", kritisierte Guido Bürk (Oberarzt an der Unikinderklinik Leipzig) beim Deutschen Schmerzkongress der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. in Leipzig. Vorhandene Instrumente zur Schmerzmessung bei Kindern müssten im klinischen Alltag mehr Verbreitung finden.

Wenn die Körpersprache unverständlich wird



Seit einem Autounfall kann der zehnjährige Daniel nicht mehr sprechen und gehen. Er ist auf Hilfe angewiesen. Im Alltag, beim Essen, bei der Körperpflege. Daniel wird von seiner Mutter mit allem Einsatz gepflegt. Sie versteht seine Körpersprache und kann sie übersetzen - meistens. Wenn die Mutter nicht weiß, wieso er schreit und sich verkrampft, dann wird es schwierig. "Über die Äußerungen mehrfachbehinderter Kinder, insbesondere auch Schmerzäußerungen und ihre Ursachen ist allgemein nicht genügend bekannt", so Bürk. Auch die Ärzte stehen manchmal vor einem Rätsel: Was will uns ein neurologisch behindertes Kind mit Schreien und Unruhe sagen? Hat es körperliche oder seelische Schmerzen und wenn, wie stark sind sie, woher kommen sie?

Vorhandene Instrumente weiter verbreiten

Bei einem Symposium diskutierten die Fachleute Möglichkeiten zur Schmerzmessung bei behinderten Kindern. "Es gibt Instrumente wie z. B. die sog. FLACC-Methode, bei der Kopf, Beine, Aktivität und Schreien systematisch beobachtet werden, um Rückschlüsse auf die Befindlichkeit des Kindes zu ziehen", so Bürk. Solche Checklisten kommen aus dem post-operativen Bereich, können aber gut in die Behandlung von behinderten Kindern übernommen werden. "Leider finden sie aber immer noch zu wenig Verbreitung bei Ärzten und Pflegepersonal", so der Kinderarzt. "Daran werden wir arbeiten müssen, denn Schmerzen bei mehrfach-behinderten Kindern sind für die Medizin eine große Heraus-forderung."

Kontakt

Guido Bürk, Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik Leipzig, Oststraße 21-25, 04317 Leipzig Tel. 0341/9726111, E-Mail: Guido.Buerk@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Boris Zernikow, Datteln, Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Dr. Friedrich Steiner Str. 5, 45711 Datteln, Tel. 02363/975-180, E-Mail: Boris.Zernikow@t-online.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgss.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu

29.05.2017 | Wirtschaft Finanzen