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P2Y-Rezeptoren vermindern Schmerzreize

07.10.2004


Dr. Zoltan Gerevich vom Rudolph-Boehm-Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Leipzig und seine auswärtigen Kooperationspartner Dr. Sebastian J. Borvendeg und Dr. Wolfgang Schröder, entdeckten, dass der P2Y-Rezeptor Schmerzreize vermindern kann. Die Wissenschaftler erhielten dafür auf dem Deutschen Schmerzkongress einen Preis für Schmerzforschung 2004.



Das Molekül Adenosin-5’-triphosphat (ATP) ist in lebenden Zellen ein wichtiger chemischer Energieträger, der außerdem biologische Signale vermitteln kann. Wenn es aus Körperzellen freigesetzt wird, erregt es "Biosensoren" der Nachbarzellen, die Rezeptoren. Ein bestimmter Typ dieser Rezeptoren ist der sogenannte P2X Rezeptortyp, der an den Endigungen und Zellkörpern der peripheren sensorischen Neuronen platziert ist. Dies führt zum Auslösen eines schmerzhaften Reizes.

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Dr. Zoltan Gerevich, Dr. Sebastian J. Borvendeg und Dr. Wolfgang Schröder haben jetzt entdeckt, dass ATP an sensorischen Neuronen darüber hinaus einen zweiten, sog. P2Y-Rezeptortyp aktiviert, der im Gegensatz dazu Schmerzreize vermindern kann. Die drei jungen Wissenschaftler wiesen nach, dass die rückenmarksnahe Injektion bestimmter ATP-ähnlicher Verbindungen (z.B. ADP-²-S) in verschiedenen tierexperimentellen Schmerzmodellen schmerzstillende Effekte ausübt.

Darüber hinaus gelang es den Wissenschaftlern, den möglichen Wirkmechanismus von ADP-²-S aufzuklären. Diese Substanz vermindert offenbar die Freisetzung des erregenden Neurotransmitters Glutamat im Rückenmark. Damit können die sensorischen Reize nicht zu den höheren neuronalen Zentren des Gehirns weitergeleitet werden, wo schließlich die bewusste Wahrnehmung des Schmerzes erfolgt.

Dieses Forschungsergebnis prämiert die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS) mit einem der Preise für Schmerzforschung 2004, der vom Präsidenten der DGSS, Prof. Dr. Michael Zenz, zur Eröffnung des Deutschen Schmerzkongresses 2004 gestern übergeben wurde. Stifter des Preises ist die Grünenthal GmbH.

Dr. Zoltan Gerevich ist seit 3 Jahren am Rudolf-Boehm-Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Leipzig als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Dr. Wolfgang Schröder arbeitet bei der Grünenthal GmbH in Aachen und Dr. Sebastian J. Borvendeg ist zur Zeit an der Semmelweis Universität in Budapest tätig.

Weitere Informationen: Dr. Zoltan Gerevich, Tel. 0341-9724-630, E-Mail: Zoltan.Gerevich@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~pharma/

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