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Hormonersatztherapie erhöht Thromboserisiko

06.10.2004


Übergewichtige Frauen besonders gefährdet



Eine bestimmte Form der Hormonersatztherapie erhöht das Risiko eines Blutgerinnsels. Forscher haben herausgefunden, dass die Hormontherapie, die die Hormone Östrogen und Progestin enthält, das Risiko einer Venenthrombose für alle Frauen verdoppelte. Dieses Risiko stieg signifikant mit dem Alter und für übergewichtige oder gar fettleibige Frauen. Die Forschungsarbeit der Universität von Vermont wurde im Journal der Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft veröffentlicht.



Die Studie basiert auf einer Analyse der Daten von 16.608 menopausalen Frauen im Alter zwischen 50 und 79. Eine Venenthrombose trat bei 167 Frauen auf, die sich einer Hormontherapie unterzogen, im Vergleich zu 76 Frauen, die ein Placebo bekamen. Bei Hormontherapiepatientinnen zwischen 60 und 69 war das Risiko ein Gerinnsel zu entwickeln 4,3 Mal so hoch, bei 70- bis 79-jährigen Frauen war es 7,5 Mal so hoch. Das Risiko eines Blutgerinnsels in Verbindung mit einer Hormonbehandlung nahm für übergewichtige und fettleibige Frauen merklich zu. Eine Venenthrombose ist ein bestimmtes Blutgerinnsel, das sich zu den Lungen fortbewegt und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen verursacht.

Studienleiter Mary Cushman sagte, die Risiken des Medikaments müssten vor dem Behandlungsbeginn ausführlich dargelegt werden. Die Hormonersatztherapie sei trotzdem die beste Behandlungsform für eine 55-Jährige, die unter Hitzewallungen leidet. Scheinbar erhöhen die Hormone in der Hormonersatztherapie das Risiko eines Blutgerinnsels, indem sie in den Gerinnungsmechanismus des Körpers eingreifen. Erst vor kurzem wurde die Hormonersatztherapie mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs und Schlaganfall in Verbindung gebracht. June Davison von der Britischen Herz Foundation betonte, die neue Studie unterstreiche die besondere Gefährdung für übergewichtige Frauen. Das impliziere wiederum, das eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität für diese Frauen von großer Bedeutung sind. "Die Hormonersatztherapie hat viele Vorteile, darunter die Minderung des Risikos für Osteoporose und die Linderung unangenehmer Symptome der Menopause." Wenn eine Frau Bedenken gegenüber der Hormontherapie hat, sollte sie sich mit ihrem Arzt besprechen, bevor sie Änderungen in der Medikation vornimmt, empfiehlt die Expertin.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uvm.edu/
http://jama.ama-assn.org/
http://www.bhf.org.uk/

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