Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung eines Magnetkammersystems am Kieler Institut für Immunologie

01.10.2004


Entwicklung eines Magnetkammersystems am Kieler Institut für Immunologie ermöglicht neue Erkenntnisse bei der Signalübertragung in Tumorzellen.


Am Institut für Immunologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel (Direktor Prof. Dr. Dietrich Kabelitz) wurde von Prof. Dr. Stefan Schütze, stellvertretender Direktor des Instituts, zusammen mit dem Biophysiker Dr. Vladimir Tchikov ein neuartiges System zur Isolierung von kleinsten subzellulären Organellen entwickelt. Das bereits patentierte Verfahren beruht auf einer spezifischen Markierung von Membranstrukturen mittels kleinster magnetischer Partikel und nachfolgender Isolierung der magnetisierten Zellbestandteile in einer eigens dafür entwickelten Magnetkammer, die über eine besondere Konstruktion zur Verstärkung des Magnetfelds verfügt.

Mit diesem System wurde erstmalig die Bedeutung der Aufnahme von Rezeptoren für das Zytokin "Tumor Nekrose Faktor" (TNF), einem wichtigen Botenstoff des Immunsystems, in Tumorzellen ermöglicht. Bisher war man davon ausgegangen, dass der "programmierte Zelltod", die sogenannte Apoptose, von der Oberfläche der Tumorzellen ausgeht. Prof. Schütze hat zusammen mit den beiden Erstautoren Dr. Schneider-Brachert und Dr. Tchikov sowie weiteren Kollegen aus dem Institut für Immunologie und dem Anatomischen Institut der CAU Kiel dagegen in der angesehenen Fachzeitschrift "Immunity" (Immunity, Band 21, Seite 415-428, September 2004) dargelegt, dass der Zelltod durch sogenannte "Todesvesikel" vermittelt wird.


Während der Aufnahme dieser Vesikel in die Zelle, werden von den TNF-Rezeptoren spezifische Proteine aus dem Zellinneren gebunden, die für das kontrollierte Absterben der Tumorzellen notwendig sind. Durch die Isolierung der TNF-Rezeptoren mit dem konnte der Weg dieser "Todesvesikel" in den Zellen biochemisch verfolgt werden. Damit eröffnen sich neue Wege zum gezielten therapeutischen Eingriff in die Regulation des Ablaufs des Zelltods. Für die Untersuchungen mit dem Magnetkammersystem wurden Fördermittel durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bereitgestellt. Zur Weiterentwicklung des Systems wurde Prof. Schütze und der Biotechnik-Firma raytest, Straubenhardt, kürzlich eine zweijährige Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme "BioChancePlus" bewilligt. Die Anwendungsgebiete dieser neuartigen Biotechnologie-Entwicklung erstrecken sich laut Prof. Schütze auf weite Bereiche der Proteomforschung, Zell- und Molekularbiologie, Immunologie und Mikrobiologie.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Schütze
Institut für Immunologie, UK S-H Campus Kiel
Telefon 0431-5973382
email: schuetze@immunologie.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: Immunologie Magnetkammersystem Tumorzelle Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie