Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ess-Störungen: Systemische Therapie erzielt gute Erfolge

01.10.2004


Eine Systemische Therapie kann Kindern und Jugendlichen mit Ess-Störungen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen. Aber nicht nur die Kinder, auch die Eltern profitieren von der Behandlung. Denn die Systemische Therapie bindet alle Familienmitglieder mit ein und stärkt familiäre Bindungen sowie das Selbstvertrauen der Familie. Durch das Zusammentreffen mit anderen Betroffenen im Rahmen einer Multi-Familientherapie lässt sich dieser Behandlungserfolg weiter verbessern. Das zeigen Untersuchungen, die auf dem noch bis Samstag andauernden 5. Europäischen Kongress für Familientherapie und Systemische Praxis (EFTA) in Berlin vorgestellt werden.



Bloß nicht zu dick werden - diese Angst kennen Patienten, die unter Magersucht (Anorexie, Anorexia nervosa) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie, Bulimia nerviosa) leiden nur zu gut. Von diesen bedeutsamsten Formen der Ess-Störungen sind vor allem Frauen zwischen 15 und 35 Jahren betroffen. Bei der Bulimie kommt es zu wiederholten "Fressattacken", gefolgt von selbst herbeigeführten Erbrechen oder der Einnahme von Abführmitteln. Magersüchtige hingegen halten extreme Diät oder verweigern das Essen häufig ganz.



Auf dem 5. EFTA-Kongress stellt Dr. Ivan Eisler vom Psychiatrischen Institut des Londoner Kings College Ergebnisse von Studien vor, in denen die ganze Familie therapiert wurde: Magersüchtige Patienten werden damit in 60 bis 90 Prozent der Fälle geheilt. Die Systemische Therapie geht davon aus, dass die Krankheit des Einzelnen nicht nur eine Folge persönlicher Probleme ist, sondern dass das familiäre Umfeld und die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander bei der Entstehung zumindest mitberücksichtigt werden müssen.

Häufig leiden auch die Eltern sehr an dem Gefühl, versagt zu haben und ihrem Kind nicht helfen zu können. Deshalb stärken die Therapeuten bei der Behandlung die Strategien zu Problembewältigungen, das emotionale Zusammengehörigkeitsgefühl und das Selbstvertrauen. Neuerlichen Krisen kann die Familie dann besser begegnen.

Bei einer Multifamilien-Therapie, werden sogar mehrere betroffene Familien gleichzeitig behandelt. Einem Drittel der Patienten kann so die stationäre Behandlung erspart bleiben. Das zeigt eine Untersuchung an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Technischen Universität in Dresden. Im Vergleich zur stationären Behandlung verringern sich die Kosten bei schweren Fällen um etwa ein Drittel, auch die Rückfallquoten sind geringer.

Bernhard Schorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgsf.org

Weitere Berichte zu: Bulimie Ess-Störung Magersüchtig

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie