Neuer Therapieansatz bei HCMV-Erkrankungen

Funktion dreier Proteine wird unterbrochen

Forscher vom Institut für Klinische und Molekulare Virologie der Universität Erlangen Nürnberg haben ein neues Therapiekonzept für die Herpesvirus-Infektion entwickelt. Das humane Cytomegalievirus (HCMV), eines von acht Herpesviren, die Krankheiten beim Menschen auslösen können, stellt vor allem für immungeschwächte Personen und ungeborene Kinder, deren Mütter sich bei der Schwangerschaft erstmals infizieren, eine Gefahr dar. Derzeit gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen und eine Behandlung wird dadurch erschwert, dass die Viren rasch Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln.

Der neue Ansatz der Forschergruppe unter der Leitung von Elke Bogner besteht darin, eine Unterbrechung der Zusammenstellung von invasionsfähigen Cytomegalie-Virenpaketen herbeizuführen. Drei maßgeblich beteiligte Proteine konnten identifiziert werden. Struktur und Funktion wurden genau untersucht. Zwei der Eiweißmoleküle, die pUL56 und pUL89 genannt werden, unterteilen das Erbgut von HCMV-Viren in transportgeeignete Portionen. Ein drittes, das sogenannte Portal Protein pUL104, bildet einen Kanal, durch den die DNA-Partikel die Kapside erreichen. Die Funktion dieser drei Proteine soll mithilfe neuer antiviraler Substanzen beeinträchtigt werden.

Der Kernpunkt des Projekts besteht darin, die Wirkmechanismen so genannter Benzimidazol-Ribonukleoside zu charakterisieren. Ein neues Screeningverfahren hilft bei der Identifizierung spezifischer Inhibitoren, jenen molekularen Strukturen, die die Spaltung und Verpackung viraler Nachkommen-DNA blockieren. Danach erfolgt eine Untersuchung der Inhibitoren hinsichtlich Struktur und Funktion. Die Ergebnisse werden deshalb als maßgeblich für die Entwicklung neuer Therapeutika klassifiziert, weil der Wirkmechanismus der antiviralen Substanzen im menschlichen Organismus nicht vorkommt. Daher können sie nur die Viren schädigen, nicht aber den Menschen.

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Marietta Gross pressetext.deutschland

Weitere Informationen:

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