Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hunde erkennen Blasenkrebs

24.09.2004


Forscher machen sich Spürsinn der Vierbeiner zunutze



Hunde schnüffeln unterwegs gerne an allen möglichen Orten nach dem Urin anderer Tiere. Diese Angewohnheit hat jetzt einem Team aus Wissenschaftlern und Hundetrainern ermöglicht, ein neues Verfahren zur Entdeckung von Blasenkrebs beim Menschen zu entwickeln. Die Forscher hoffen, dass die Analyse und Identifikation der charakteristischen chemischen Gerüche in Zukunft eine frühzeitige nicht invasive Möglichkeit zur Erkennung darstellen wird. Laut der leitenden Wissenschafterin Carolyn Willis vom Amersham Hospital gab es eine Reihe von Berichten, wonach Hunde durch permanentes Schnüffeln auf die Bösartigkeit von Leberflecken aufmerksam gemacht hatten. Die Notwendigkeit einer einfachen Möglichkeit zur Überprüfung führte schließlich zur Konzentration auf die Entdeckung von Blasenkrebs. Die Ergebnisse der Studie wurden im British Medical Journal veröffentlicht.

... mehr zu:
»Blasenkrebs


Das Team arbeitete mit Urinproben von 36 Patienten mit Blasenkrebs und 108 Kontrollproben von gesunden Teilnehmern. Sechs Hunde verschiedenen Alters und verschiedener Rassen wurden sieben Monate lang von den Trainern von Hearing Dogs for the Deaf ausgebildet. Laut Willis wollte man sicher gehen, dass nur eine Krebserkrankung erkannt wird. Daher wurden andere Urinanomalien durch entsprechende Kontrollen ausgeschlossen. Im abschließenden Experiment durchlief jeder Hund neun gesonderte Tests, in denen den Vierbeinern eine Reihe von sieben Urinproben gezeigt wurde. Eine dieser Proben war kanzerös. Die Hunde wurden angewiesen, sich neben diese Probe zu legen. Die Hunde identifizierten die Krebsprobe in 22 von 54 Fällen. Diese Erfolgsrate ist mit 41 Prozent deutlich höher als die Zufallsrate von 14 Prozent.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Hunde ein spezielles Geruchsprofil erkannten, das mit den anormalen Stoffwechselprodukten von Krebszellen zusammenhängt. Zu diesen flüchtigen organischen Chemikalien können Alkane und Alkensäure gehören. Willis erklärte gegenüber NewScientist, dass die Erfolgsrate der Hunde derzeit zwar statistisch signifikant aber nicht ausreichend für den diagnostischen Einsatz sei. Zusätzlich wäre das Verfahren in dieser Form einfach unpraktisch. "Lassen sich jedoch die chemischen Muster identifizieren, die die Hunde entdecken, können wir auf ein entsprechendes Verfahren zur Entdeckung von Blasenkrebs hinarbeiten." Während des Experiments wurde eine der Kontrollproben immer wieder von den Hunden identifiziert. Der an sich gesunde Patient wurde erneut untersucht und es stellte sich heraus, dass er unter einem Nierentumor litt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bucksnhsjobs.co.uk/amershamhosp.html
http://bmj.bmjjournals.com

Weitere Berichte zu: Blasenkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie