Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomediziner präsentieren Speerspitzen der Entwicklung

23.09.2004


Mit einer prall gefüllten Innovationspipeline demonstrierten Wissenschaftler anläßlich der 38. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (DGBMT), dass die in der Biomedizin schlummernden Potenziale noch lange nicht ausgereizt sind. Zahlreiche renommierte Experten waren der Einladung des VDE nach Ilmenau gefolgt, wobei neben der biomedizinischen Technik auch das dynamisch wachsende Gebiet der medizinischen Biotechnologie im Fokus der Tagung stand.



So erstreckte sich das Themenspektrum der über 500 Beiträge aus nahezu allen Bereichen der biomedizinischen Technik von der Bionik über die Nanosensorik bis hin zu aktuellen Projekten auf den Gebieten Telemedizin und “biologische Signalverarbeitung”. Als beispielhaft gelten Lab-on-a-Chip Systeme und BioMEMS. Diese beschreiben den rasanten Fortschritt in der medizinischen Diagnostik und im gesamten Life Science-Bereich. Dahinter verbergen sich Reaktionsplattformen mit Kavitäten, Kanälen und Strukturen im Mikro- oder sogar Nanometermaßstab, die mit Hilfe der Biomikrostrukturtechnik hergestellt werden. Lab-on-a-Chip-Systeme funktionieren wie makroskopische Labors, allerdings auf einem chipkartengroßen Kunststoffsubstrat, auf dem biologische, chemische und physikalische Prozesse stattfinden.

... mehr zu:
»Biosensorik »Schlaganfall


Grundsätzliche Fragen zur Überlebensfähigkeit von Organismen innerhalb technischer Systeme standen im Mittelpunkt eines vielbeachteten Vortrags der Ilmenauer Biomechatronikerin Danja Voges, denn BioMEMS könnten auch die Antwort der Zukunft auf viele lebensgefährliche Krankheiten und chronische Beschwerden sein. Die mikroskopisch kleinen Geräte – dünner als ein menschliches Haar – könnten dabei mit Medikamenten ausgerüstet werden, welche in koordinierten Mengen an den Körper abgegeben werden, mit Muskelzellen und sogar mit winzigen Kameras, die den Gesundheitszustand des Körpers fortlaufend überwachen Darüber hinaus könnten solche Mikrochips mit Chemikalien befüllt werden, die das Wachstum von Blutzellen stimulieren, oder Medikamente befördern, welche langsam und dosiert an den Körper abgegeben werden.

Im Bereich der Biosensorik stellten Prof. Michael Schöning und Prof. Michael Keusgen von der Universität Marburg wiederum neuartige Strategien für die Biosensorik vor. Ihren Plänen zufolge könnten Biosensoren erfolgreich zum Nachweis bisher noch nicht entdeckter natürlicher Wirkstoffe dienen. Zuvor hatte das Forscher-Duo bereits haben einen Biosensor entwickelt, der Zyanid weit unterhalb der Giftigkeitsschwelle schnell und präzise nachweist. Der Biosensor soll demnächst als kostengünstiges analytisches Instrument in der Umwelt- und Lebensmittelkontrolle eingesetzt werden.

Mit grundlegend neuen Erkenntnissen im Rahmen der Quantifizierung dynamischer Interaktionen im Gehirn sorgte Prof. Dr. Otto W. Witte, Direktor der Klinik für Neurologie an der Universität Jena für ein weiteres Highlight der Tagung. Der Experte hatte in diesem Jahr bereits mit der Entdeckung, dass das menschliche Gehirn nach einem Schlaganfall lernfähiger als zuvor ist, international für Furore gesorgt. Diese Entdeckung ließe sich bei der Rehabilitation der Betroffenen nutzen, berichtete er. So würden nach dem Schlaganfall wieder neue Verbindungen zwischen Gehirnzellen, in Einzelfällen sogar ganz neue Zellen entstehen. Ingesamt zeige das geschädigte Hirn ein verändertes Verhalten, so die Wissenschaftler. Es sei erregbarer und gleichzeitig lernfähiger, was sich medikamentös und durch spezifische Trainings nutzen ließe. Verantwortlich für dieses Verhalten seien so genannte GABA-Rezeptoren, deren Zusammensetzung im Gehirn sich nach einem Schlaganfall verändere. “Diese Botenstoffe, die in einem Drittel des Gehirns die Nachrichten weitergeben, gehen nach einem Schlaganfall in ein jugendliches Muster zurück”, verdeutlichte er.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.vde.de

Weitere Berichte zu: Biosensorik Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften