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Tödliche Gefahr durch Giftpilz

20.09.2004


Der Giftnotruf an der Universitäts-Kinderklinik Bonn warnt Pilzsammler vor dem lebensgefährlichen Knollenblätterpilz. Er ist dieses Jahr aufgrund der feuchten Witterung besonders zahlreich. Letzte Woche suchten bereits drei Kliniken Rat bei dem Giftnotruf wegen Patienten, die den Pilz versehentlich aßen. Die stellvertretende Leiterin der Giftinformationszentrale Dr. Carola Seidel rät allen Pilzsammlern zur Vorsicht: "Sie sollten die Pilze entweder vor dem Verzehr von einem Pilzsachverständigen bestimmen lassen oder ganz auf den Verzehr verzichten, um sich nicht in Gefahr zu bringen."



Der Knollenblätterpilz, der meist ab August in Laub- und Laubmischwäldern wächst, ist einer der gefährlichsten Giftpilze. Bereits ein Pilz kann tödlich sein. Für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen ist er verantwortlich. Seit Jahren machen die deutschen Giftzentralen die Erfahrung, dass besonders Russlanddeutsche sich mit diesem Pilz vergiften. "Es scheint in ihrer Heimat einen Pilz zu geben, der dem Knollenblätterpilz sehr ähnlich sieht und essbar ist", sagt Ärztin Seidel. Aufgrund seiner hellen Farbe wird der Pilz auch mit Champignons verwechselt. Er hat einen 5-15 Zentimeter großen Hut, weiße Lamellen und typischerweise eine weiße Manschette am Stiel. Das Stielende ist knollig und wächst aus einer lappigen und häutigen Tasche. Die Farbe des Huts kann grün, grün-gelb oder weiß sein. Der Knollenblätterpilz ist am Geschmack nicht zu erkennen und er verliert seine Giftigkeit nicht durch Kochen. Der Verzehr eines Knollenblätterpilz verursacht nach einigen Stunden zunächst Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, starke Durchfälle und starkes Krankheitsgefühl - ähnlich einem Magen-Darm-Infekt. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zu einem Leberschaden, der von Blutgerinnungsstörungen und Nierenfunktionsstörungen begleitet sein kann. In schweren Fällen fällt die Leberfunktion komplett aus und der Patient braucht eine Lebertransplantation. Die Vergiftung kann trotz Lebertransplantation tödlich enden.

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/g-knolle.html
http://www.uni-bonn.de

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