Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Form der Nasenhöhlen beeinflusst die Geruchswahrnehmung

14.09.2004


Nicht nur Form und Größe des äußeren Teils der Nase unterscheiden sich, auch die Nasenhöhlen schwanken in ihrer Größe. Bei gesunden Menschen wirkt sich das auf die Qualität des Geruchssinnes aus. Menschen mit größeren Nasenhöhlen haben ein besseres Riechvermögen. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Julia Vent mit einer Studie in der Klinik und Poliklinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde der Universität zu Köln.



Die Geruchsnerven liegen in der Riechschleimhaut. Sie hat über zehn Millionen Riechzellen. Doch wie gut gerochen wird, hängt auch von der Größe der Nasenhöhlen ab. Vor allem die Form des oberen Nasenganges und des Naseneinganges beeinflussen den Geruchssinn. Wenn durch die Form der Gänge zu wenig Moleküle die Riechschleimhaut erreichen, dann schränkt das, so Dr. Vent, die Geruchswahrnehmung ein.



Die Fähigkeit zu riechen trägt maßgeblich zur Lebensqualität bei. Wer ein duftendes Essen riecht, dem läuft unwillkürlich das Wasser im Mund zusammen. Andererseits warnt der Geruchssinn vor verdorbenen Speisen. Die Nase liefert den Menschen soziale Informationen. Der Geruch trägt sowohl zum Gefühl einer heimischen Atmosphäre bei als auch zum Unbehagen gegenüber manchen anderen Personen bei. Dass zwei Personen sich ’nicht riechen können’, hängt tatsächlich mit der Geruchswahrnehmung zusammen. Die Geruchszellen sind verbunden mit Gehirnarealen, die Düfte mit Emotionen und Affekten verbinden. Riechen geschieht nicht nur beim Einatmen von Luft. Die Hauptfunktion ist vielmehr das sogenannte retronasale Riechen: Beim Essen steigen Duftstoffe aus dem Mund zurück in die Nase. Oft wird dies als schmecken wahrgenommen, doch es handelt sich um eine Leistung der Nase.

Dr. Vent stellt fest, dass die rechte Seite der Nase häufig besser riecht als die linke. Oft wird versucht, diesen Unterschied auf unsere Händigkeit zurückzuführen: Rechtshänder riechen besser mit der rechten Nasenseite. Diese Beziehung kann Dr. Vent in ihrer Untersuchung nicht erkennen. Sie vermutet, dass das Übergewicht der rechten Nasenseite mit der Dominanz der rechten Seite des menschlichen Gehirns zusammenhängt. Dort ist auch das Riechzentrum besser ausgebildet.

Die Funktion der Nase wird oft unterschätzt. Im Allgemeinen werden die Augen und die Ohren für die wichtigeren Sinnesorgane gehalten. Dr. Vent zeigt, dass der Geruch in vielen alltäglichen Situationen eine wichtige Rolle spielt. Oft ist die Qualität des Geruchssinnes durch die Form der Nasenhöhlen eingeschränkt. Derartige Veränderungen wären z.B. einer operativen oder medikamentösen Behandlung zugänglich. Verantwortlich: Christoph Uhlhaas

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Berichte zu: Geruchssinn Geruchswahrnehmung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie