Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Sauerstoffversorgung für Frühgeborene

08.09.2004


Tübinger und Wiener Forscher stellen Eigenentwicklung zur automatischen Regulierung der Sauerstoffzufuhr vor



Unter Leitung des Tübinger Professors Christian Poets hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Michael Urschitz (Abt. für Neonatologie, Universitätsklinikum Tübingen) und Prof. Werner Horn (Inst. für medizinische Kybernetik und Artificial Intelligence, Universität Wien) ein Gerät entwickelt und getestet, das die Sauerstoffzufuhr in Abhängigkeit von den am Patienten kontinuierlich gemessenen Werten automatisch reguliert.



In einer am Freitag vorab in der online-Ausgabe des American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlichten Studie konnten die Forscher zeigen, dass ihr Gerät ähnlich gut die Sauerstoffzufuhr regu-lieren kann wie eine Krankenschwester, die allein für diese Tätigkeit abgestellt wird, und besser als normalerweise auf der Intensivstation möglich.

Die Tübinger Neugeborenenspezialisten hoffen damit, durch Sauerstoff bedingte Lungen- und Augenschäden bei Frühgeborenen reduzieren zu können. Dies soll in weiteren Untersuchungen überprüft werden. Außer-dem sind sie sicher, dass mit ihrem Gerät das Pflegepersonal entlastet wird und sich dadurch mehr auf die liebevolle Betreuung der Kinder konzentrieren kann.

Beatmete Patienten, vor allem Frühgeborene und solche mit Lungenerkrankungen, benötigen oft zusätzlichen Sauerstoff. Die Regulierung der Sauerstoffzufuhr ist zeitaufwändig und es ist schwierig, die Dossierung immer genau an den sich ändernden Bedarf des Patienten anzupassen. Dadurch erhalten die Patien-ten oft mehr oder weniger Sauerstoff, als sie eigentlich benötigen.

Dies kann zu Schäden an Gehirn, Augen und Lunge führen. Das hier vorgestellte Gerät stellt einen Durchbruch bei dem weltweiten Bemühen dar, die Zu-fuhr des potentiell toxischen Sauerstoffs zu optimieren. Die Tübinger Forscher testeten ihr Gerät bei Frühgeborenen. Deren Sauerstoffgehalt im Blut schwankt besonders oft und stark, gleichzeitig sind diese aufgrund ihrer Unreife beson-ders stark durch ein Über- oder Unterangebot von Sauerstoff gefährdet.

Obwohl in der Vergangenheit weltweit schon viele Arbeitsgruppen versucht haben, die Sauerstoffzufuhr zu automatisieren, ist das hier vorgestellte Gerät das erste, das diese Aufgabe besser erledigt als dies in der Regel durch Krankenschwestern auf einer Intensivstation möglich ist. Dies gelang vor allem durch einen neuartigen Denkansatz in der Entwicklung der Software, die dem Sauerstoffregler zugrunde liegt, und durch die Verwendung einer neuen Technologie zur Messung des Blutsauerstoffgehalts (Pulsoximetrie mit Artefaktindikator).

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Prof. Dr. med. Christian F. Poets
Neonatologie, Calwerstr. 7, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71/298 47 15, Fax 0 70 71/29 39 69
christian-f.poets@med.uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Berichte zu: Sauerstoffversorgung Sauerstoffzufuhr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics