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Neues automatisiertes Blutspendesystem hat bedeutende Auswirkung auf Versorgung mit Blutkonserven

06.09.2004


Neue Blutspendetechnologie am Institut für Transfusionsmedizin in Suhl ermöglicht die Herstellung von zwei Einheiten roter Blutkörperchen aus einer einzigen Blutspende


Das Institut für Transfusionsmedizin in Suhl ist bundesweit das erste Blutspendezentrum, das seit knapp zwei Monaten routinemäßig das ALYX System, ein neues, dem aktuellen Stand der Technik entsprechendes, automatisiertes Blutspendesystem, einsetzt. Die neue Technologie ermöglicht dem Blutspendezentrum durch die Entnahme von zwei Einheiten roter Blutkörperchen (Erythrozyten) von einem geeigneten Spender, die Versorgung der Bevölkerung mit roten Blutkörperchen zu verbessern und Engpässe zu vermeiden.

Die Erhöhung des Durchschnittalters in der Bevölkerung und neue medizinische Behandlungen tragen dazu bei, dass die Zahl der Operationen und Behandlungen, bei denen Bluttransfusionen nötig sind, ansteigt. Gleichzeitig steigern immer zahlreichere und strengere Auswahlkriterien für Spender die Sicherheit der Blutversorgung, führen jedoch zu einer geringeren Zahl potenzieller Blutspender. Ergebnis dieser Entwicklung kann Knappheit der Blutvorräte und Verzögerungen bei Behandlungen sein. Automatisierte Blutspendesysteme können den Blutbanken dabei helfen, diese Probleme anzugehen, indem sie von geeigneten Spendern zwei Einheiten roter Blutkörperchen pro Blutspende gewinnen.


Die Erfahrungen mit dem ALYX System, das vom Institut für Transfusionsmedizin in Suhl eingesetzt wird, sind bei den Mitarbeitern der Blutbank wie auch bei den Blutspendern sehr positiv. "Da es mit Hilfe der automatisierten Technologie möglich ist, zwei Konserven Erythrozyten von einem einzelnen Spender zu gewinnen, wird der dringend benötigte Vorrat an roten Blutkörperchen erhöht. Gerade Spender, die berufsbedingt selten zur Spende kommen können, sind gefragt. Neue Spender zu gewinnen wird weiterhin entscheidend bleiben, aber die Verwendung automatisierter Systeme verbessert die Möglichkeiten, den steigenden Bedarf an Blut zu decken", stellt Chefarzt Dr. Gregor A. Fabian, Ärztlicher Geschäftsführer des Instituts für Transfusionsmedizin, Suhl, fest. "Durch die einfache Bedienbarkeit des Gerätes und seine automatisierten Prozesse bleibt dem Personal mehr Zeit, um sich auf die Blutspender und die Spendesicherheit zu konzentrieren. Überzeugend ist auch, dass das ALYX System ein höheres Maß an Standardisierung in den Endprodukten liefert."

Bisher wurden rote Blutkörperchen in der Suhler Blutspendezentrale hauptsächlich durch manuelle Spendeverfahren gesammelt: Bis zu 85.000 Einheiten roter Blutzellen jährlich. Bei der manuellen Methode wird das Blut nach der Spende in der Präparationsabteilung durch Zentrifugation in seine Komponenten - Plasma sowie rote Blutkörperchen - aufgetrennt. Bei diesen Spendeverfahren wird nur jeweils eine Konserve roter Blutkörperchen pro Vollblut-Spende gewonnen. Mit neuen automatisierten Technologien zur Gewinnung von roten Blutkörperchen, wie dem ALYX System, werden ausschließlich rote Blutkörperchen gesammelt. Die restlichen Blutbestandteile wie Blutplättchen und Plasma werden dem Spender wieder zurückgegeben.

Ein solcher automatisierter Blutspendeprozess dauert im Durchschnitt nur etwa 25 Minuten. ALYX-Spenderinnen und -Spender sollten über ein ausreichend großes Blutvolumen verfügen, was durch ein Mindestkörpergewicht von 70 kg bei Frauen und 60 kg bei Männern als Auswahlkriterium gewährleistet ist. In Suhl haben bereits über 210 Spender mit dem ALYX System zwei Einheiten rote Blutkörperchen gespendet.

"Ich war überrascht, wie schnell und angenehm die Blutspende mit dem ALYX System war", erzählte ein Spender aus Ilmenau in Thüringen. "Es ist ein großartiges Gefühl, zwei Patienten durch eine einzige Blutspende helfen zu können. Dabei habe ich mich während und nach der Blutspende mit dem ALYX System sehr gut gefühlt und die Spende bestens vertragen."

Die roten Blutkörperchen sind der Bestandteil im Blut, bei dem der höchste Bedarf an Transfusionen besteht: Immer wieder kann es saisonal und regional bedingt zu Versorgungsengpässen kommen - beispielsweise in der Urlaubszeit. In Deutschland werden jährlich circa 4,5 Millionen Einheiten roter Blutkörperchen für Transfusionen gesammelt. Zu den Patienten, die diese Transfusionen benötigen, gehören Menschen, die sich großen Operationen unterziehen müssen, schwer verletzte Unfallopfer und Patienten, die an bestimmten Krebsarten oder chronischen Anämien leiden.

Falls Sie Interesse daran haben, mit dem ALYX System am Institut für Transfusionsmedizin Suhl Blut zu spenden, melden Sie sich bitte bei dem kostenlosen Spendertelefon unter 0800 / 11 919 11.

Dr. Ulrike Engels-Lange | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.baxter.com
http://www.blutspendesuhl.de

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