Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nitrat erlebt Rehabilitierung in der Medizin

06.09.2004


Berüchtigtes Konservierungsmittel stärkt Abwehr gegen Bakterien



Nitrat, ein Konservierungsmittel in Hot Dogs und anderen Fleischsorten genauso wie der natürliche Bestandteil von Gemüse wie Salat und Spinat wurde früher als Ernährungsplage angesehen. Grund dafür war ein möglicher Zusammenhang mit Magenkrebs. Biologen sind jetzt zu der Erkenntnis gelangt, dass Nahrungsnitrat einen Teil des körpereignen Abwehrmechanismus gegen Infektionen darstellt. Derzeit werden von der Peninsula Medical School und dem Karolinska Institutet http die ersten auf dieser Annahme beruhenden antimikrobiellen Behandlungsverfahren getestet.

... mehr zu:
»Bakterium »Nitrat »Stickstoffoxid


Nigel Benjamin von der Peninsula Medical School hat zur Behandlung von bakteriellen Hautinfektionen aus Entwicklungsländern eine Creme entwickelt, die Stickstoffoxid enthält. Jon Lundberg hat am Karolinska Institutet erforscht, ob die Verabreichung von Speichelflüssigkeit bei intubierten Patienten mit Mundtrockenheit das Entstehen von Geschwüren verhindern kann. Laut Scientific American sei es jedoch noch ein weiter Weg bis zur systematischen Behandlung von Infektionen mit Stickstoffoxid.

Das Nitrat wurde in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verdächtig, als Wissenschafter herausfanden, dass eine Klasse seiner Derivate, die N-Nitrosamine, die DNA beschädigt und bei Labortieren und Wirtschaftsvieh Krebs hervorruft. Die Auswertung der folgenden epidemiologischen Studien konnte keinen direkten Zusammenhang zwischen der Nitrataufnahme und Magenkrebs beim Menschen nachweisen. 1994 beobachteten Lundberg und Benjamin unabhängig voneinander, dass der menschliche Magen große Mengen von Stickstoffoxid enthält. Beide Wissenschaftler gingen unmittelbar davon aus, dass das Gas im Magen Krankheitskeime abtötet.

Benjamins Gruppe betätigte die antimikrobielle Wirkung umgehend. Bakterien, die für Mageninfektionen verantwortlich waren, wurden Magensäure alleine und einer Mischung mit Nitrat ausgesetzt. Konnten Bakterien wie E. coli oder Salmonellen in der Magensäure mehrere Stunden überleben, wurden sie durch die Kombination von Nitrat und Säure in weniger als einer Stunde beseitigt. Das Lundberg-Team platzierte Speichel von Menschen, die Nitrat-Tabletten eingenommen hatten auf der Innenseite des Magens von Ratten. Die Schleimhaut verdickte sich in der Folge und wurde mit mehr Blut versorgt. Ratten, denen ein nitratarmer Speichel verabreicht wurde, zeigten keine Reaktion. Benjamin wies nach, dass Aushöhlungen verursachende Bakterien sich in einem nitratreichen Umfeld selbst zerstören.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pms.ac.uk
http://info.ki.se/index_se.html
http://www.sciam.com

Weitere Berichte zu: Bakterium Nitrat Stickstoffoxid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen