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Neue Studie enthüllt verheerende Wirkung einiger Epilepsiemedikamente auf normale Gehirnfunktion

06.09.2004

Annähernd die Hälfte der Menschen mit Epilepsie haben Probleme, etwas Neues zu lernen und glauben, dass sie nicht schnell genug denken können. Ein noch grösserer Teil fühlt sich regelmässig schläfrig, müde und lethargisch(1). Die Ergebnisse einer grossen europäischen Untersuchung zeigen, dass Patienten oftmals den Medikamenten, mit denen sie ihre Epilepsie unter Kontrolle halten, die Schuld für diese Schwierigkeiten zuschreiben - genau die Medikamente, die helfen sollen, die Symptome ihres Leidens im Griff zu haben.

Die Ergebnisse bestätigen, was viele Epilepsiefachleute seit langem vermuten: Einige Therapien haben grosse Auswirkungen auf den Alltag der Menschen mit Epilepsie, und das Ausmass, in dem diese Symptome die Lebensqualität nachteilig beeinflussen können, sollte nicht unterschätzt werden.

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"Wir hören nicht nur viel zu häufig von Leuten, deren Epilepsie ein normales Leben im Keim erstickt, sondern auch, dass die zur Behandlung verschriebenen Medikamente dafür verantwortlich sind", sagte Hilary Mounfield, die Vorsitzende des European Committee of the International Bureau for Epilepsy (IBE), das die Umfrage durchgeführt hat. "Sowohl Epilepsiekranke als auch die sie behandelnden Ärzte müssen sich noch stärker ins Bewusstsein rufen, dass Konzentrationsprobleme oder Müdigkeits- bzw. Trägheitsgefühle starke Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Es ist also von entscheidender Bedeutung, ihr Leiden optimal in den Griff zu bekommen."

Insgesamt assoziierten 56% der Befragten ihre kognitive Beeinträchtigung mit der Epilepsiebehandlung, wobei 45-50% angaben, dass Arbeit-, Bildungs- und Freizeitaktivitäten sowie Familie und Beziehungen die Bereiche sind, die besonders stark beeinträchtigt werden. Von Problemen, wie die Unfähigkeit sich an Namen oder Gesichter zu erinnern oder Erinnerungen abzurufen, wurde oft berichtet. Die Probleme mit der Langsamkeit des Denkens hinderten die Menschen mit Epilepsie daran, ihre Ausbildung zu Ende bringen oder eine einträgliche Arbeitsstelle zu behalten. Sie führen auch dazu, dass alltägliche Aufgaben, wie die Erinnerung an eine Einkaufsliste oder die Telefonnummer eines Freundes, nicht bewältigt werden konnten:

"Ich traue mich nicht mehr, vor Publikum zu sprechen (ich unterrichtete früher wissenschaftliche Fächer), da ich weiss, dass ich Probleme habe, die Worte zu finden, die ich verwenden möchte."

"Meine erste medikamentöse Behandlung brachte sehr ernste Nebenwirkungen mit sich und beeinträchtigte in erheblichem Masse meine Fähigkeit, zu funktionieren. Ich leide unter starken Stimmungsschwankungen und übermässiger Müdigkeit, und vor allem ’verlor’ ich 6 Monate meiner Schulausbildung."

Im Rahmen der Untersuchung wurden 425 Menschen mit Epilepsie in Belgien, Malta, Irland, Schottland und Dänemark über die Auswirkungen ihrer Krankheit und über die Auswirkungen der Epilepsietherapie auf ihre ’kognitive Funktionen’ (die Fähigkeiten, zu lernen und zu denken), bzw. darüber, wie schläfrig oder träge sie sich fühlen sowie zu ihrer Lebensqualität befragt. Zu den übrigen wesentlichen Erkenntnissen zählten:

- 44% fanden es mässig bis schwierig, etwas Neues zu lernen
- 45% befanden, sie seien mässige bis sehr langsame Denker
- 59% berichteten, sie fühlten sich mässig oder sehr schläfrig bzw. müde
- 48% fühlten sich mässig bis sehr lethargisch bzw. träge
- 63% befanden, dass sie die Erfahrung gemacht hätten, dass durch die Auswirkungen an der Ausübung von Aktivitäten oder dem Erreichen von Zielen gehindert worden seien

Auf die Frage nach derjenigen Nebenwirkung, deren Vermeidung sie sich am stärksten herbeiwünschten, antworteten 38% der Befragten, sie wünschten sich die Befreiung von den Schläfrigkeits- und Müdigkeitsgefühlen; 16% wünschten sich die Befreiung von den Problemen mit dem Erinnerungsvermögen und 13% von der Lethargie/Trägheit. Ein Zwölftel wünschte sich, die Gewichts- und Appetitprobleme im Zusammenhang mit ihrer medikamentösen Behandlung los zu werden.

Die Untersuchung wurde mit einer uneingeschränkten Finanzhilfe von UCB Pharma gefördert

Bezugsquelle: 1. Epilepsy and Cognitive Function Survey, International Bureau for Epilepsy, August 2004

Informationen zu IBE

Das International Bureau for Epilepsy (IBE) wurde 1961 als Organisation von an medizinischen und nichtmedizinischen Aspekten der Epilepsie interessierten Laien und Mediziner ins Leben gerufen. Das IBE befasst sich mit gesellschaftlichen Problemen wie Ausbildung, Beschäftigung, Versicherung, Führerscheinbeschränkungen und sie rückt diese Probleme ins öffentliche Bewusstsein. Das Büro arbeitet eng mit der International League against Epilepsy (ILAE) zusammen, einer Organisation der mit den medizinischen und wissenschaftlichen Problemen der Epilepsie befassten Mediziner. Das IBE finanziert sich grösstenteils aus den Mitgliedbeiträgen seiner Ortsgruppen und über finanzielle Unterstützung anderer Beitragszahler.

Das International Bureau for Epilepsy bietet Hilfe durch seine internationale Unterstützung, durch die Bereitstellung der Mittel zum internationalen Informationsaustausch und, wenn möglich, durch die Schaffung von Normen, die eine internationale Vorgehensweise für alle Menschen mit Epilepsie festlegen und definieren. Ein guter Teil dieser Arbeit wird durch IBE-Arbeitskomissionen, die sich aus Freiwilligen, die Spezialisten ihres Fachgebiets sind, zusammensetzen, ergänzt.

Carolyn Brown | UCB Pharma
Weitere Informationen:
http://www.ucb-group.com

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